Sonntag, 20. April 2014

Das Rudel und die Rudelführer

Hundeartige unterscheiden sich in ihrem Sozialleben vielfach grundlegend von den Menschen. Auf den ersten Blick kann man diese Unterschiede nur schwer erkennen, wenn man jedoch einen zweiten Blick wagt, wird man durchaus Unterschiede feststellen. Hierarchien bei Primaten (wie dem Menschen) basieren häufig auf der Durchsetzungsfähigkeit einzelner Individuen und sind ein charakteristisches Merkmal im Sozialverhalten. Vielfach nehmen die stärksten Individuen, die sich auch im Kampf durchsetzen können, die höchsten Rangstellungen ein. Durchsetzungsstarke Tiere beider Geschlechter haben die meisten Nachkommen, weil sie sich auch den besten Zugang zu wichtigen Ressourcen wie zum Beispiel Futter sichern können. Sozialer Aufstieg, Position und Status sind wichtige Bestandteile der sozialen Grundstruktur von Affen und Menschen – genauso wie die Tatsache, dass die Mitglieder einer Gruppe, einer sozialen Gemeinschaft unter Primaten nicht zwingend miteinander verwandt sind. Durch Ab- und Zuwanderung wird die genetische Vielfalt erhalten, die für den Erhalt einer Art unerlässlich ist.

Mensch hat eine andere Grundstruktur im sozialen Zusammenleben
Im Gegensatz zu vielen Primatengruppen, die von sozialem Aufstieg und Machtansprüchen gekennzeichnet sind, verhalten sich Hundeartige innerhalb ihrer sozialen Gefüge wesentlich weniger von diesen Strukturen geleitet als mancher vermutet. Insbesondere das soziale Grundgerüst der Wölfe, den alleinigen Vorfahren unserer Haushunde, unterscheidet sich deutlich von den Primaten und somit auch vom Menschen, denn sie leben in der Regel in überschaubaren Familienverbänden, die aus Elterntieren, Welpen und manchmal Nachwuchs aus dem vergangenen Jahr bestehen. Die Tiere sind also eng miteinander verwandt. Zwar gibt es gelegentlich auch Ausnahmen von dieser Regel und es wandern fremde Wölfe in das Rudel ein oder es befinden sich in seltenen Fällen zwei unterschiedliche Paare, die für Fortpflanzung sorgen, innerhalb der Gruppe, aber das ist wirklich selten. Im Regelfall besteht ein Wolfsrudel nur aus Eltern und unterschiedlich altem eigenen Nachwuchs.
Wolfrudel werden immer von Eltern „geführt“ – erwachsener Nachwuchs wandert ab
Die Führung dieser Familien obliegt natürlich den Elterntieren, der eigene Nachwuchs wird nicht versuchen, durch Kampf die Position der Eltern einzunehmen und sich dann ggf. mit einem Teil von ihnen zu verpaaren. Wenn die jungen Wölfe geschlechtsreif werden, verlassen sie meist die Familie und suchen sich einen neuen Partner/ eine neue Partnerin, um dann ein eigenes Rudel zu gründen. Der große Unterschied zu hierarchisch strukturierten Menschengruppen besteht also darin, dass sich Wolfsrudel meist aus eng miteinander verwandten Tieren zusammensetzen, deren Führung automatisch durch die Eltern-Kind-Konstellation bedingt ist. Der früher in Bezug auf Hundeartige falsch benutze Begriff „Alpha“ bezeichnet bei dieser Tierfamilie also nichts weiter als die Elterntiere. Eine Führungsposition, die durch Kampf, Stärke und Raffinesse erobert wurde, wie bei Menschen zum Beispiel im Berufsleben oder in der Staatsführung üblich, gibt es im Grundmodell der wölfischen bzw. hündischen Sozialstruktur im Normalfall nicht. Zwar bestehen Wolfseltern auch auf Einhaltung gewisser Regeln innerhalb der Familie, die deren Überleben sichern und sicher gibt es hier und da mal Auseinandersetzungen, wenn man sich nicht einig ist, wem zum Beispiel eine Ressource wie Futter zusteht. Ein ständiger Kampf und ein ständiges Sichern der „Alphaposition“ ist bei Wölfen aber nicht zu beobachten.
Strenge Hierarchien nur bei unnatürlicher Haltung im Gehege
Anders verhält es sich nur, wenn die normalen Regularien durch menschliche Einflüsse außer Kraft gesetzt werden. Dies ist zum Beispiel bei Gehegewölfen der Fall, die nicht unbedingt miteinander verwandt sind und auf sehr begrenztem Raum zusammengesetzt, manchmal regelrecht zusammengepfercht werden. Hier kann es tatsächlich zu (erheblichen) Spannungen und zu starren hierarchischen Strukturen kommen – bedingt durch ein absolut unnatürliches soziales Gefüge, wie es in freier Wildbahn niemals vorkommen würde und das absolut nicht dem sozialen Grundmuster von Wölfen entspricht.
Haushunde sind keine Wölfe mehr
Doch was ist nun mit unseren Haushunden? Durch die Domestikation verändert, sind sie keine Wölfe mehr und manch einer glaubt, ihre Lebensbedingungen seien durchaus mit der Haltung von Gehegewölfen zu vergleichen. Könnte es deshalb nicht sein, dass sich bei ihnen eine soziale Rangordnung ausbildet, die von Alphastatus, Machtstreben und Unterordnung geprägt ist? Die Antwort ist ganz klar nein, denn man kann Haushunde auf keinen Fall mit Gehegewölfen vergleichen – zumindest nicht, wenn sie in einem Umfeld gehalten werden, welches von einem Mindestmaß an Verantwortung des Hundehalters zeugt, denn Gehegewölfe leben den ganzen Tag in einem für mehrere Individuen sehr begrenzten Raum und haben kaum die Gelegenheit, sich mit Außenreizen zu beschäftigen.
Gehegewölfe streiten aus Mangel an Beschäftigung und Reizen
Sie sind keinen Territoriumseindringlingen ausgesetzt, die es zu verscheuchen oder deren Marken es wahrzunehmen und zu überdecken gilt. Es gibt keine Feinde, mit denen sie sich auseinandersetzen müssten, sei es in Form von Kampf, Flucht oder sogar friedlicher Co-Existenz. Es fehlt das große Territorium, das täglich neu entdeckt werden muss, das man schützen und erforschen muss und vor allem fehlt die lebenswichtige Aufgabe der Nahrungsbeschaffung. Die einzig nennenswerte Variable, mit der sich ein Wolf in Gehegehaltung beschäftigen kann, sind die „Mithäftlinge“. Um es platt auszudrücken, beschäftigen sich Gehegewölfe aus Mangel an anderen Aufgaben übermäßig mit dem sozialen Status, mit der Struktur des Rudels und so kommt es hier zu starken Rangkämpfen und Auseinandersetzungen. Strukturen und soziale Aspekte, die in der freien Wildbahn nicht vorkommen und auch bei der Haltung von Haushunden nicht vorkommen sollten.
Haltung von Haushunden sollte anders als Gehegehaltung von Wölfen sein
Haushunde sollten nicht nur damit beschäftigt sein, sich den ganzen Tag auf engstem Territorium mit sozialen Strukturen zu beschäftigen. Sie sollten, wie frei lebende Wölfe, diversen Aufgaben und Reizen ausgesetzt werden, damit sie nicht aus Langeweile zu Tyrannen werden. Dass man mich nicht falsch versteht – ich meine damit nicht, dass man Hunde, wie es heutzutage leider oft üblich ist, den ganzen Tag bespaßt und ihnen keine Ruhe mehr gönnt. Aber Hunde müssen raus, in ihrem Revier die Nachrichten lesen, die andere Hunde hinterlassen, müssen diversen Reizen ausgesetzt sein und sich auch als Jagdersatz körperlich austoben können. Wie das im Einzelnen aussieht, kommt auf die Rasse und das Individuum an – wichtig ist aber, dass Hunde nicht so reizarm leben wie Gehegewölfe und sich je nach Rasse über ihre Beschäftigung geistig und körperlich auslasten und dadurch nicht ihre kognitiven Fähigkeiten allein dazu nutzen, sich mit dem sozialen Status zu beschäftigen. Ein normal gehaltener Hund, der in seiner Haltungsumwelt ausreichend viel Abwechslung hat, ist also keinesfalls mit einem Gehegewolf zu vergleichen, der auf begrenztem Raum mit seinen Artgenossen gelangweilt vor sich hin vegetiert.
Wolfsrudel sind Familien
 (c) Fotolia
In diesem Zusammenhang möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es einige Hundetrainer gibt, die behaupten, dass Hunde nicht raus müssten und man sie auch nur auf dem Grundstück oder im Haus halten könne – teilweise wird das von diesen Trainern sogar als „Disziplinierungsmaßnahme“ bezeichnet. Das ist natürlich vollkommener Unfug – ein Hund braucht die Möglichkeit  zum Erkunden um ein normales Verhalten zeigen zu können. Wird er nur auf engem Raum gehalten oder gar in einem Zwinger, kann er durch Stress, Langeweile und Verzweiflung Verhaltensweisen entwickeln, die  untypisch für seine Art sind. Genauso, wie sich der Gehegewolf untypisch für seine Art verhält, wenn er Rangordnungen all zu ernst nimmt.
Soziale Grundorganisation vom Haushund eher mit wildlebenden Wölfe zu vergleichen
Das Verhalten von Hunden ist also durch den Umstand, dass sie bei uns Menschen leben und durchaus in ihrem Bewegungsfreiraum eingeschränkt sind und ihre Nahrung nicht selbst erjagen trotzdem nicht mit dem Verhalten von in Gefangenschaft lebenden Wölfen zu vergleichen. Ihre sozialen Grundstrukturen und Bedürfnisse ähneln, will man diesen Vergleich überhaupt ziehen, eher dem Verhalten von frei lebenden Wölfen, die vielen Reizen, Aufgabenstellungen und Beschäftigungen ausgesetzt sind. Und die sozialen Grundstrukturen sind nicht auf einer totalitären, strengen Rangordnungen aufgebaut, in der ein Individuum immer aufsteigen möchte. Obgleich es natürlich Rangordnungen gibt. Diese sind aber bei weitem nicht so streng und absolut ausgeprägt, wie die Verfechter der aversiven Hundeausbildung dies immer wieder betonen – meist wohl eher als Rechtfertigung und Begründung, warum diese Menschen ihre Gewaltphantasien oder sozialen Defizite an wehrlosen Hunden auslassen…
Mensch als Rudelführer?
Aus den vorgenannten Gründen sollte man die Aussage „Du musst der Rudelführer sein“ sehr kritisch betrachten. Sicher sollte man derjenige sein, der weitgehend die Regeln des täglichen Zusammenlebens aufstellt, aber keinesfalls sollte man diese Rolle wie ein Diktator angehen, der davon ausgeht, dass er nur durch Härte verhindern kann, dass ein anderer seinen Platz einnimmt. Aufgrund seiner sozialen Grundstruktur möchte der Hund dies nämlich auch gar nicht zwangsläufig. Ganz im Gegenteil ist er eigentlich zufrieden, wenn er ein geruhsames Leben an der Seite seines Menschen führen kann, der für Grundressourcen wie Futter und Sicherheit sorgt.
Mensch hat andere soziale Grundordnung
Allerdings gibt es noch einen weiteren, sehr wichtigen Grund, warum ich als Mensch nicht der „Rudelführer“ des Hundes sein kann. Ganz einfach deshalb, weil ich kein Hund bin. Der Begriff „Rudel“ entstammt mit hoher Wahrscheinlichkeit der Jägersprache und ist nicht näher definiert, allerdings kann man ihn so weit eingrenzen, dass er von einer Gruppe von Säugetieren ausgeht, die einer Art angehören. So beschreibt der Brockhaus in einem Band den Begriff Rudel zum Beispiel als „eine Herde von Hirschen, Gämsen, Rehen oder Wölfen“. Innerhalb der Hundeszene spricht man von einem Rudel, wenn drei oder mehr verwandte Tiere dauerhaft zusammenleben, ähnlich dem Wolfsrudel – wenn hingegen nicht miteinander verwandte Tiere dauerhaft zusammenleben oder sich regelmäßig treffen (z. B. auf der Spielwiese) spricht man eher von einer Gruppe. Aber letztlich sind das Wortklaubereien, wichtig nehmen sollte man nur die Tatsache, dass ein echtes Rudel nur aus Individuen einer Art bestehen kann, weil nur Lebewesen einer Art mit den gleichen sozialen Grundstrukturen ausgestattet sind.

 

Quellen und weitere Literatur zu dem Thema:

Hundeartige: Das Nachschlagewerk der Wild- und Haushunde von Thomas Riepe von animal learn (1. August 2008)

Auf der Fährte der Wölfe von L. David Mech und Konrad Dietzfelbinger von Frederking u. Thaler (Dezember 1999) 

Der weisse Wolf. Mit einem Wolfsrudel unterwegs in der Arktis von L. David Mech von Weltbild Verlag Augsburg (1995)

TheWolf The Ecology and Behaviour of an Endangered Species by Mech, L.David ( Author ) ON Apr-30-1981, Paperback... von L.David Mech von University of Minnesota Press (30. April 1981)

Timberwolf Yukon & Co.: Elf Jahre Verhaltensbeobachtung an freilaufenden Wölfen von Günther Bloch von Kynos (Oktober 2002)

Herz, Hirn, Hund: Expertenmeinungen zur modernen Hundeerziehung von Thomas Riepe von animal learn (5. April 2012)

Aktuelle Informationen zu den Wölfen in Deutschland: www.wolfsregion-lausitz.de

Freitag, 18. April 2014

Im Konflikt mit dem eigenen Hund? Lassen Sie ihn mal gewinnen…

Man liest und hört heute viel über „Grenzen setzen“ und „Konfliktmanagement“. Mein persönlicher Eindruck ist, wenn diese Begriffe genannt werden, dass damit eine bestimmte Art der Hundeerziehung gerechtfertigt werden soll. Denn letztlich läuft die Nutzung der vorgenannten Begriffe häufig darauf hinaus, dass empfohlen, bzw. geraten wird, dass man Grenzen notfalls auch mit unangenehmen Mitteln dem Hund gegenüber durchsetzen soll. Zudem wird im Zusammenhang mit Konflikten gern betont, dass diese zum Leben gehören und man sich diesen stellen soll.
Mensch will immer „gewinnen“ – aus Angst der Hund möchte die Welt beherrschen
Das „sich stellen soll“ läuft aber fast immer darauf hinaus, das geraten wird, der Mensch müsse den Konflikt zu seinen Gunsten gestalten. Der Mensch soll also sämtliche Grenzen setzen und alle Konflikte für sich entscheiden. Mit der Quintessenz, dass ein Hund, wenn man diese Ratschläge nicht befolgt, für den Menschen negative Verhaltensweisen (z. B. Aggressionen gegen den Menschen) zeigen könne. Im Klartext gesagt, das Gerede von Grenzen und Konflikten läuft letztlich auf genau die Gleiche Kernaussage hinaus, wie längst überholt geglaubte Sprüche, Weisheiten und Erziehungsmethoden in der Hundeausbildung. Dominanz, Alpha, „ich muss der Boss sein“, Rudelführer, Hunde dürfen nicht erhöht liegen oder als erste durch die Tür etc., werden heute durch „Grenzen setzen“, Beziehung und Konfliktmanagement ersetzt. Das hört sich besser, ja freundlicher an – hat aber letztlich oft (natürlich nicht immer) den gleichen Sinn: Eine Rechtfertigung zu finden, Hunde in bestimmten Situationen „härter“ zu behandeln. Ich möchte mich an dieser Stelle gar nicht damit beschäftigen, dass es ein grundsätzlich falscher Ansatz ist zu glauben, ein Hund würde sich zum weltbeherrschenden Monster aufschwingen wollen, wenn man ihm nicht ständig Grenzen setzt oder ihn „kleinhält“. Ich möchte hier einmal darauf eingehen, was es für ein Lebewesen bedeutet, wenn es jeden Konflikt verliert.
Ohne Konflikte können sich Mensch wie Hund nicht entwickeln
Konflikte sind wichtig im Leben. Sie sind einer der wichtigsten Gründe dafür, warum wir uns weiterentwickeln. Wenn wir uns nie einem Konflikt stellen würden, könnten wir nie herausfinden, was wir in der Lege sind zu leisten, welche persönlichen Grenzen wir haben und welche externen Grenzen wir nicht überschreiten sollten. Es ist dabei ganz wichtig, dass wir innerhalb eines Konfliktes aber auch mal der Gewinner sind, einen Konflikt für uns entscheiden. Aus der Konfliktforschung beim Menschen weiß man, dass ein Mensch, der nie einen Konflikt für sich entscheidet, ein großes Problem mit dem Selbstbewusstsein sein – er traut sich nichts zu, ist ängstlich und die kleinste Anforderung im Leben ist eine nicht zu bewältigende Aufgabe und verursacht Stress. In der bekannten Form eines biochemischen Ungleichgewichts – z. B. dauerhaft erhöhtes Stresshormon Cortisol und zu wenig Serotonin, welches als „Gegenspieler“ des Cortisol den Spiegel wieder senken sollte. Aber das Fachkauderwelsch nur am Rande. Wichtig ist zu erkennen, dass ein hochentwickeltes Lebewesen nicht ständig der Verlierer in Konfliktsituationen sein darf. Ein Verlierer hat kein Selbstbewusstsein, er traut sich nichts und fühlt sich dauerhaft „nicht Wohl“. Wenn ein Tier in freier Natur jeden Konflikt verlieren würde, würde es sich nichts mehr zutrauen, praktisch nur noch irgendwo herumliegen und verenden. Das hört sich hart an, aber es ist eigentlich recht einfach zu verstehen, dass ich Selbstvertrauen benötige, mich dem Leben zu stellen und nicht nur „die Decke“ über den Kopf ziehen kann. Aber genau das macht ein Mensch, aber auch ein Hund, wenn er nie einen Konflikt für sich entscheiden darf und kann.
Kompromisse?
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In Konfliktsituationen gibt es also Gewinner und Verlierer. Aber es gibt auch den Konsens, den Kompromiss in einer Konfliktsituation. Das ist die günstigste Variante für alle Beteiligten. Emotional gehen dabei alle als Gewinner hervor und es gibt keine Verlierer. Man sollte daher bei einem Konflikt nicht immer daran denken, diesen einseitig zu entscheiden, sondern nach Kompromissen zu suchen. Wie man das in der Mensch/Hundbeziehung im Einzelnen macht, werde ich in einem späteren Artikel näher erläutern. Hier ist es mir wichtig aufzuzeigen, dass Konflikte und Grenzen setzen wichtige Bestandteile des Lebens von Mensch und Hund sind, es aber fatale Folgen für die Psyche und das Wohlbefinden eines Säugetieres hat, wenn man immer nur der ist, dem Grenzen aufgezeigt werden und der immer nur als Verlierer aus Konflikten hervorgeht. Mal Verlieren ist wichtig, um zu lernen mit Frustrationen umzugehen, immer verlieren kostet Lebensqualität, ggf. das Leben…
Hund darf nicht alles – aber er sollte mal gewinnen. Oder es glauben…
Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass man Hunde machen lassen soll, was sie möchten und darauf hoffen, dass sie sich hier und da durchsetzen und einen Konflikt gewinnen. Das soll es ganz und gar nicht heißen – aber wir Menschen als vermeintlich intelligente Lebewesen können und sollten Hunde in einigen Situationen glauben lassen, dass sie einen Konflikt für sich entschieden haben oder ihnen auch die Freiheit lassen, uns mal Grenzen zu setzen. Z. B., wenn sie keine Lust haben gestreichelt zu werden und uns dies deutlich mitteilen, lassen wir es halt mal bleiben. Oder wenn ein Hund an der Grundstücksgrenze fremde Hunde verbellt können wir dem Hund den Glauben lassen, er hätte den vorbeigehenden Hund vertrieben und davon abgehalten, ins eigene Revier einzudringen. Das muss natürlich alles in einem „normalen“ vertretbaren Rahmen sein, aber es ist wichtig, dass mein Hund diese Erfolgserlebnisse hat, für sein persönliches Wohlbefinden und für eine ausgeglichene Biochemie in seinem Körper.
Hund mit zwei Konflikten gleichzeitig überfordert
Hanebüchener Quatsch ist übrigens in solch einer Situation, wenn ein Hund am Zaun einen anderen verbellt, diesen mit Rappelbüchsen oder Wasserpistolen davon abzubringen. Das sind nämlich genau die Momente, wo die superschlauen „Hundeexperten“ davon faseln, dass der Mensch sich dem Konflikt mit dem Hund stellen müsse, um von diesem „ernst genommen“ zu werden. Das ist von daher Quatsch, weil der Hund in dem Moment ja gar keinen Konflikt mit dem Menschen hat. Er hat einen mit dem fremden Hund, wenn ich als Mensch mich jetzt noch gewaltsam einmische, schaffe ich einen weiteren Konflikt – den Konflikt des Hundes mit seinem Menschen. Der Hund hat jetzt zwei Konflikte und wird überfordert…
Alternativverhalten als Kompromiss
Wenn sich der Mensch schon einmischen möchte oder muss, sollte er in dieser Situation ein Alternativverhalten des Hundes trainieren, welches der Hund letztlich als Kompromiss interpretiert – wodurch es wieder mehr Gewinner gibt.
Lange Rede, kurzer Sinn: Konflikte und Grenzen sind Lebenswichtig und gut, dürfen aber in einer sozialen Beziehung auf keinen Fall nur einseitig entschieden werden. Der „Dauerunterlegene“ führt dadurch emotional ein bescheidenes Leben. Zudem sollte ich einem bestehenden Konflikt keine weiteren hinzufügen, weil das Mensch und Hund in letzter Konsequenz fast immer überfordert und die Beziehung oft nachhaltig zerstört. Wir Menschen sollten in der Lage sein, dem Hund glauben zu machen, dass er hier und da ein Gewinner ist, dass er uns auch Grenzen setzen kann und darf und dass er auch mal einen Konflikt für sich entscheidet. Alles natürlich in einem vernünftigen, sozialverträglichen Verhältnis.

Montag, 7. April 2014

Koka kommt. Philosophie und Marketingfrei

Es ist ja modern, immer neue Pauschalschlagworte für „einmalige“ Hundeerziehungsphilosophien zu nutzen und zu kreieren. So wird Hundeerziehung und Kommunikation ohne Worte oder ohne akustische Signale propagiert. Warum auch immer, als ob alle Hunde taub wären…

Im folgenden kleinen Filmchen strolcht meine Hündin Koka durch „ihre“ Wiese. Es ist aber Zeit für ihr Fressen, was ich gerade vorbereitet habe. Wie soll ich ihr jetzt draußen aber ohne Worte oder akustisches Signal mitteilen, dass sie zum Fressen kommen möchte? Soll ich einen Beschwörungstanz aufführen dessen Mitteilung über himmlische Energien zu ihr strömt? Soll ich ihr so mitteilen, dass sie kommen möchte und ihr Napf bereit steht?
Oder soll ich es besser klassisch machen? Ohne die schönen Markennamengeschützen perfekten „Hundeumgangsphilosophien“? Natürlich mache ich es klassisch – sie ist 50 m von mir entfernt im Gebüsch. Nach allen Gesetzen der Logik kann ich sie nur über ein akustisches Signal benachrichtigen, zu mir zu kommen. Und wenn sie bei mir ist, bekommt sie ihr Futter. Sie weiß durch Erfahrung, durch Lernen, dass es sich lohnt zu mir zu kommen.
Zu pauschal geschrieben? „Es ist ja klar, dass man über Entfernung auch Akustik nutzen muss. Das werden auch diejenigen machen, die Wortlos kommunizieren“, werden sicher manche an dieser Stelle denken. Gut, dann sollen sie es auch offen sagen und nicht in ihrem Marketingkonzept verbreiten, es würde alles komplett ohne Worte oder akustische Signale funktionieren.
Letztlich ist es doch ganz einfach. Koka soll zum Fressen kommen und ich sage es ihr. Sie weiß, was es bedeutet und kommt. Punkt. Philosophie und Marketingfrei…

Mittwoch, 2. April 2014

Pauschales Gerede, Clicker usw.

Wenn man sich in der heutigen Zeit zu irgendeinem Hundethema äußert, oder sich auch nur mit Hunden draußen bewegt, ist man eigentlich immer im Fadenkreuz irgendwelcher „Extremisten“. Die jede Handbewegung so oder so auslegen. Sage ich zum Hund, der penetrant einen Artgenossen besteigt nur „hey, lass das mal!“, könnten einige auf die Idee kommen, dass ich ein unverbesserlich brutaler Hardliner bin. Stehe ich dagegen draußen mit einem Hund und einem Clicker werde ich automatisch als „Guddiguddi Wattebausch“ beschimpft. Ich kenne tatsächlich inzwischen Hundehalter, die gehen nur noch einsame Wege oder spät am Abend zum Spaziergang hinaus. Nicht weil der Hund unverträglich wäre – nein, sie wollen Ihre Ruhe vor Pauschalschwätzern.
Pauschale Gedanken weil man nicht mehr bis zum Ende liest
Was mich an der Pauschalschwätzerei so maßlos auf die Palme bringt, ist das Pauschale an sich. Wenn es um Hunde geht gehen die Menschen ganz merkwürdig miteinander rum. Rechthaberei ist zur Religion geworden und Pauschalitäten sind die Waffen, mit den argumentiert wird. Ich möchte hier gleich einmal ein kleines Beispiel bringen, welches meiner Meinung nach aufzeigt, dass man nicht immer nur in pauschalen Rastern denken sollte. Aber weil es ja wie oben schon erwähnt heute so üblich ist, dass jede Handlung und jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird, muss ich eins vorab sagen. Man sollte schon bis zum Ende lesen J
Ich las nämlich kürzlich in einer psychologischen Fachzeitschrift für Menschen, dass geschriebene Texte heute meist nur angelesen und überflogen werden, weil viele von uns verlernt haben sich ernsthaft auf etwas zu konzentrieren. Das soll laut der Fachzeitschrift damit zu tun haben, dass wir mit so vielen Informationen und Reizen überschüttet werden, dass wir nur noch punktuelle Dinge wahrnehmen können und wollen. Wenn man Dinge aber nur Teilweise wahrnimmt, erklärt sich natürlich auch das Phänomen, dass wir mit Pauschalitäten um uns werfen. Darum, dieser Text könnte gleich zu pauschalem Erschrecken bei einigen Lesern führen – darum bitte ganz lesen J
Clicker?
Was erschrecken könnte ist die Aussage, dass ich im Umgang mit Hunden nur sehr selten den Clicker einsetze – und das, obwohl ich gern pauschal der „Wattebauschfraktion“ (was immer das ist) zugerechnet werde. Wo ja angeblich ständig geclickert wird…
Kurz zur einfachen Erklärung, was ein Clicker ist. Eine einfache Erklärung, keine pauschale. Auch hier wird oft sehr viel durcheinandergeworfen. Einfach ist eben so, dass man etwas verständlich ausdrückt, ohne zu tief und zu verwirrend ins Detail zu gehen. Pauschal liefert immer gleich ein Weltbild mit ;-)
Also, der der Clicker wird beim Lernen als positiver Verstärker genutzt. Dem Hund wird beigebracht, dass er immer, wenn er den Click hört, folgend eine Belohnung bekommt. Es ist sozusagen das Versprechen auf die folgende Belohnung. So kann ich eine von uns erwünschte Handlung des Hundes durch „click“ schnell verstärken, schon dadurch belohnen. Das ist wichtig, weil der Hund seine ausgeführte Handlung und die folgenden Konsequenz (hier Belohnung), nur in sehr schneller Folge miteinander verknüpfen kann. Der Clicker ist letztlich nur ein Hilfsmittel, damit ich schnell belohnen kann. Ein Kommunikationsmittel sozusagen. Ich kann dem Hund damit schnell mitteilen, dass er etwas richtig gemacht hat. 
Mittel der Kommunikation
Ich kann aber statt des Clickers auch ein Wort nutzen, welches dem Hund vermittelt, dass er etwas richtig gemacht hat. Ich nutze also selten einen Clicker, ich bin eher ein Freund von Sprache um zu kommunizieren. Und wenn mein Hund weiß, wenn er gelernt hat, dass ein „Super“ bedeutet, dass er etwas richtig gemacht hat, ist das Lernen eigentlich sehr einfach. Der Hund muss aber die Bedeutung des Wortes kennen. Ich benutze zur Kommunikation also lieber Worte, das Prinzip ist aber das Gleiche wie beim Clicker. Ich möchte jetzt nicht umständlich von Markersignalen und Markerwörtern reden. Alles Dinge, die fachlich korrekt sind, den normalen Hundehalter aber langsam in den Wahnsinn treiben. Warum sagen wir nicht einfach, dass wir mit einem Wort dem Hund sagen können, wenn er etwas richtig gemacht hat? Also, ich benutze lieber die Sprache und Wörter, die ich immer bei mir habe und die ein Hund auch versteht, um mit einem Hund zu kommunizieren. Den Clicker nutze ich aber auch – immer dann, wenn der Hundehalter vielleicht dazu neigt zu schnell und zu viel zu reden, oder wenn andere Umstände einen Einsatz meines Erachtens sinnvoll machen. Das ist ganz individuell und situativ. Der Clicker ist also ein Kommunikationsmittel, ein Werkzeug, welches man in vielen Situationen nutzen kann. Aber nicht muss. Jeder muss halt seinen eigenen Weg finden, wie er mit seinem Hund kommuniziert.
Pauschale Sicht auf den Clicker ist kurzsichtig
Ganz weg von diesem Kommunikationsmittel Clicker, den ich persönlich eher selten nutze, ihn aber als Werkzeug in speziellen Situationen schätze. Ich wende das  gleiche Prinzip lieber über die Sprache an.
Wenn man den aber Clicker pauschal sieht, macht man einen groben Fehler. Er kann auch andere Dinge, als richtiges Verhalten zu verstärken. Kürzlich hatte ich folgenden Kundenfall:
„Ich schelle an der Tür einer neuen Kundin. Ein Hund bellt. Die Kundin öffnet die Tür und ich werde hineingebeten und in die Küche geführt. Der Hund läuft in einen anderen Raum –  in das Wohnzimmer auf der gegenüberliegenden Seite des Hausflurs. Wie ich über einen Spiegel im Flur beobachten kann, begibt er sich hinter eine Couch in der äußersten Ecke des Zimmers. Kurz gesagt, so weit weg von mir wie eben möglich. Aber er bellt dabei und wagt sich, nachdem einige Zeit vergangen ist, hinter dem Sofa hervor und bellt dabei unaufhörlich – verschwindet aber blitzschnell wieder in seinem Versteck sobald ich nur einen Finger bewege. Der Hund hat Angst, pure Angst. Sein gesamtes Stresssystem im Körper ist in Alarmstellung, in hoher Erregung, Anspannung. Um diese Erregung und Anspannung zu kompensieren und zu kanalisieren bellt der Hund. Er bellt auch, um dem Eindringling auf Abstand zu halten oder besser noch – zu vertreiben. Was ihm dadurch wohl auch schon mehrfach gelungen ist, weil Besuch sich bei dem Lärmpegel durchaus schnell verabschiedet. Das gesamte Verhalten ist eine Mischung aus angeborener Stressbewältigung und erlernten Strategien.“
Gequältes Tier mit schrecklicher Vergangenheit
Der Hund wurde von amtlicher Seite seinem Vorbesitzer weggenommen. Dieser hatte ihn nachweislich geschlagen, und auch Besucher durften sich an ihm auslassen – auch diese haben ihn getreten und geschlagen, wenn er bellte oder die Besucher irgendwie schief anschaute. Alles in einem alkoholgetränkten Umfeld und Milieu. Der Hund war somit zutiefst verängstigt und traumatisiert. Ungefähr 6 Jahre hatte er so gelebt.
Schlechte Gefühle bekämpfen
Endlich hatte er jetzt Glück gehabt und war zu den neuen Besitzern vermittelt worden. Sehr nette Menschen, die allerdings mit dem verängstigten Hund überfordert waren. Immer, wenn Besuch kam bellte der Hund wie vorher beschrieben und versuchte gleichzeitig, sich in die äußersten Ecken des Hauses in Sicherheit zu bringen. Ich konnte dem Hund relativ schnell helfen. Und zwar mit dem Clicker, den ich, wie gesagt, sonst eher selten anwende. Wie? Nun, wenn ich einem Hund beibringe, dass auf den Click immer etwas Positives folgt, werden im Hundekörper Hormone frei gesetzt, die ihm ein gutes Gefühl bescheren.
Besuch löste bei ihm immer ein schlechtes Gefühl aus, was ihm in den letzten Jahren im wahrsten Sinne eingeprügelt worden ist. Wir mussten ihm dieses schlechte Gefühl nehmen, diese Furcht vor Menschen. Und schlechte Gefühle bekämpft man hervorragend durch gute Gefühle. Wir haben jetzt also, wenn Besuch kam, den Clicker betätigt (nachdem dem Hund vorher in Ruhe beigebracht wurde, was es bedeutet, damit es die guten Gefühle auslöst). Auch, oder gerade, wenn der Hund bellte. Viele werden jetzt sagen, dass man so das Verhalten, das Bellen ja verstärkt. Aber das passierte nicht – weil das gezeigte Verhalten letztlich ja nur eine Bewältigungsstrategie des schlechten Gefühls war. Der Click löste andere Gefühle aus, die zum Verdrängen der schlechten Gefühle führten und so auch die Bewältigungsstrategie des Bellens überflüssig machten. Und das führte zu einem solchen Moment, warum ich meinen Job mache. Warum der Job oft gute Gefühle bei mir auslöst: Bei meinem zweiten Besuch bereits, war der vormals völlig verängstige Hund bereit, sich mir anzunähern und sich sogar ruhig zwischen mich und Frauchen zu legen. Beim dritten Besuch schlief er in der gleichen Situation ein...
Übrigens – sicher hätte man auch hier mit einem Wort arbeiten können. In den auch für den Menschen stressigen Situationen ist der Clicker aber schlicht ein immer gleichklingend neutrales Signal, welches zuverlässig die guten Gefühle auslöst.
Für „Pauschaldenker“ ein ungewöhnlicher Clickereinsatz
Für alle, die einen Clickereinsatz als „Wattebauschgutzigutzi“ oder Dressur abtun, mag dieser spezielle Einsatz merkwürdig sein. Das ist mir persönlich völlig egal. Dem Hund konnte geholfen werden – das ist alles, was für mich zählt.
Das ist nur ein Beispiel, wie man das Werkzeug Clicker nutzen kann. Das heißt jetzt nicht, dass man bei traumatisierten Hunden pauschal den Clicker einsetzen sollte. Er kann helfen, der Umgang sollte Hundehaltern aber von jemandem gezeigt werden, der sich damit auskennt. Und er sollte individuell und situativ eingesetzt werden. Nicht pauschal…
Trotz gegen Pauschalitäten. Nette Menschen solidarisieren sich plötzlich mit echten Extremisten
Ich finde, man sollte bei Pauschalitäten immer Vorsichtig sein. Derjenige, der pauschal alle Wattebäusche verteufelt, genauso wie derjenige, der ein „lass es“ gleich als Tierquälerei bezeichnet. Diese pauschalen „Verurteilungen“ führen meines Erachtens nur zu Mauern, die nicht sein müssen – und treiben oft Menschen, die eigentlich vernünftig und nett sind, zu einer Solidarität mit echten „Hardlinern“. Solchen, die auch keinen Hehl daraus machen, Hunde zu treten oder anders zu misshandeln. Weil das in ihrem Weltbild „eben so ist“. Und wenn man eigentlich nette Menschen schon dafür pauschal verurteilt, nur weil sie mal „nein“ zu ihrem Hund sagen, argumentieren diese, auch aus Trotz, gerne in Internetdiskussionen mal neben eben diesen echt harten Zeitgenossen. Ein Ergebnis von Pauschalität und Intoleranz. Einfach alles mal individuell sehen, nicht alles gleich über einen Kamm scheren und nicht sich und seine Ansichten zu wichtig nehmen. Könnte zu viel Entspannung führen… 
Echte Schweinereien auch mal den Behörden melden
Was natürlich nicht heißt, dass man jede Schweinerei in der Hundeerziehung hinnehmen sollte. Wenn Menschen beim Umgang mit Hunden Grenzen und Gesetze überschreiten, kann und sollte man dies auch den zuständigen Behörden melden. Denn extreme Menschen und Ansichten gibt es nun einmal,  überall wo Menschen sind. Daran helfen auch endlose Internetdiskussionen nichts. Das ist einfach so. Wenn man aber mal die Behörden einschaltet, kann das letztlich dazu führen, dass ein armer Hund, wie im Beispielfall aus meiner Praxis, zu guten Leuten kommt. Und mit dem Clicker lernt, dass es ein gutes Leben geben kann. Ganz individuell…

Bellende Hunde rocken

Es ist noch nicht wirklich lange her, da konnte man mit so etwas wie der „Punkbewegung“ die Gesellschaft schockieren, Rock ’n’ Roll Musik h...