Freitag, 11. September 2015

(Hunde) Lebenszeit zu wertvoll für Internetdauerdiskussionen...

Schon mit einigen Hunden durfte ich bisher zusammenleben. Und ich kann mich bei allen noch gut daran erinnern, wie und wann sie in mein Leben getreten sind. Und leider kann ich mich auch daran erinnern, wie sie mein Leben und auch ihres irgendwann verlassen mussten. Ein Hundeleben ist nicht übermäßig lang. Daher habe ich gelernt, jede Sekunde mit meinen Hunden zu genießen. Ich setze mich zwar gerne für alle Hunde ein, bin immer bereit, mein Wissen zu erweitern und zu teilen.

...Es gibt aber Hundehalter, die nehmen ihren Hund, ihre Eigenschaft als Hundehalter(in) zum Anlass, sich in Internetplattformen stunden- und tagelang darüber zu streiten, welche Ernährung, welche „Erziehungsmethode“, welche Leinenfarbe die einzig wahre ist. Es wird über Hunde gestritten, über andere Hundehalter gelästert. Mit einem riesigen Zeitaufwand. Anstatt für sich und seine Hunde selbst aus der Informationsflut herauszufinden, was individuell das Beste ist, wird in Internetdiskussionen versucht, die eigene Meinung durchzudrücken, als „Sieger“ aus Diskussionen hervorzugehen. Und ich habe noch keine Internetdiskussion gesehen, die einen Sieger hatte.


Hunde brauchen das nicht. Die brauchen keine Frauchen und Herrchen, die sich in stundenlangen, sinnlosen, sich im Kreis drehenden Diskussionen aufreiben. Die brauchen Menschen, die Zeit für sie haben. Echte Zeit – und keine virtuelle. Und sei es nur entspannte Zeit zusammen auf dem Sofa oder bei einem ganz normalen, entspannten Spaziergang. Hauptsache Zeit miteinander. Wie gesagt, Hundeleben sind viel zu kurz…

Samstag, 5. September 2015

Kleinhunde kann man nicht erziehen?





Wenn ich gefragt werde, was man speziell bei der Erziehung von Kleinhunden beachten sollte, stellt sich mir immer die grundsätzliche Frage, was überhaupt Erziehung bedeutet. Im Grunde ist Erziehung ja ein Begriff, der ursprünglich im menschlichen Kontext gesehen werden muss. Erziehung kann man als Oberbegriff für die soziologische und psychologische Anpassung eines Menschen an eine komplexe Kultur beschreiben. Schon bei der Betrachtung des Erziehungsbegriffs stellt sich daher die Frage, ob dieser heute auch im Umgang mit Hunden inflationär eingesetzte Begriff dort als korrekt bezeichnet werden kann.

Regeln oder Erziehung?

Sicher lernen Hunde gewisse Regeln im sozialen Umgang mit ihren Partnern – denen der eigenen Art, aber auch im Umgang mit artfremden Individuen, z. B. dem Menschen. Das ist ihrer überaus stark ausgeprägten Fähigkeit der Anpassung geschuldet. Ob man Hunde allerdings in das moralisch kulturelle Gesamtgefüge einer komplexen menschlichen Kultur hineinpressen kann, erscheint mir persönlich fragwürdig. Hunde erziehen sich nicht gegenseitig. Sie stellen im individuellen Umgang miteinander Regeln auf, erwachsene Tiere bringen ihrem Nachwuchs bei, welches Verhalten in welcher Situation von Vorteil ist. Diese Regeln werden übrigens, gerade innerhalb der Tierfamilie der Hundeartigen, meist  ohne Aggressivität oder gar Gewalt „gelehrt“. Die Regeln werden in erster Linie dadurch verstanden, dass das Individuum nur dann Erfolg hat, wenn es sich „richtig“ verhält. Erfolg als Belohnung – im natürlichen Kontext wird also weit mehr mit Belohnung „gearbeitet“ als uns Menschen immer wieder von einigen Hundeexperten vorgemacht wird. Aber das ist ein anderes Thema…

Anpassung an die Umwelt

Damit Hunde in der menschlichen Umwelt zurechtkommen, müssen sie lernen, gewisse Regeln zu akzeptieren  und sich insgesamt an ihr soziales Umfeld anzupassen. Eigentlich übernehmen die Hunde durch ihre bereits vorher erwähnte Anpassungsfähigkeit dort von selbst den größten Anteil. Ist ihr Umfeld ruhig, ausgeglichen und herrscht ein freundlicher Umgang zwischen den Menschen im Umfeld des Hundes, sind die Hunde ebenfalls meist ruhig und ausgeglichen. In einer hektischen und vielleicht sogar aggressiven vom Menschen geprägten Umwelt, zeigen Hund aller Erfahrung nach ein ähnliches Verhalten.

Unterschiedliche Regeln bei unterschiedlicher Größe?

Wichtige Regeln, die Menschen Hunden beibringen sollten, sind z. B., dass man den Hund, egal in welcher Situation, zu sich rufen kann. Oder, dass er aus Sicherheitsgründen erst aus dem Auto springt, wenn ich es als Mensch erlaube, nachdem ich die Sicherheit der Umwelt geprüft habe. Wichtig sein kann auch das Einüben eines Alternativveraltens, wenn es eine Situation einmal erfordert, dass ich den Hund ablenken oder aus einem ungünstigen Verhalten herausholen möchte, wenn ich möchte, dass er ein Verhalten abbricht. Das Ganze natürlich verknüpft mit einem Signalwort. Das sind Beispiele von dem, was ich einem Hund beibringen sollte, damit er in der menschlichen Umwelt zurechtkommt. Und, um zum Thema Erziehung und Kleinhunde zurückzukommen. Es ist für diese Regeln vollkommen unerheblich, wie groß der Hund ist. Auch ein kleiner Hund sollte sicher abrufbar sein, ich sollte ihn davon abbringen können, etwas zu tun, was er nicht tun sollte – meist zu seiner eigenen Sicherheit. Die Regeln, die ein kleiner Hund lernen sollte sind exakt die gleichen, die ein großer Hund lernen sollte.

Gleiche Bedürfnisse, gleiche Behandlung

Außerdem sind kleine Hunde, trotz diverser durch Züchtung verstärkter oder verminderter Eigenschaften, immer noch Hunde. Hunde, die ein gewisses Repertoire an Grundbedürfnissen haben, welche nichts mit der Größe zu tun haben. So haben alle Hunde ein großes Bedürfnis nach langen Ruhe- und Schlafzeiten, aber auch nach ausreichend Bewegung und adäquater Beschäftigung, die aber nicht exzessiv übertrieben werden darf – was Hunde jeder Größe stresst und zu Verhaltensproblemen führen kann. Zu Ruhe, Schlaf und vernünftiger Beschäftigung kommen weitere Bedürfnisse wie ausreichend sozialer Kontakt und soziale Interaktion usw. Große und kleine Hunde haben exakt die gleichen Grundbedürfnisse. Weshalb es für mich keinen plausiblen Grund gibt, Hunde allein aufgrund ihrer Größe unterschiedlich zu behandeln. Weitere Faktoren wie individuelle Vorlieben und Veranlagungen an dieser Stelle einmal ausgeklammert. Aber im Grunde ist ein Hund ein Hund. Ob Chihuahua oder Dogge…

Trends rund um den Hund – Bedürfnisbefriedigung für Menschen

Der Mensch ist ein merkwürdiges Lebewesen. Er strebt immer danach, sich von anderen Menschen abzusetzen, ein einmaliges und besonderes E...