Freitag, 2. Februar 2018

Klartextquickie – Hunde bitte niemals auf den Boden drücken


Hunde haben in Situationen, die sie als bedrohlich oder unangenehm empfinden, verschiedene Strategien, damit fertig zu werden. Eine wichtige Strategie ist, der Situation zu entfliehen. Das ist aber nicht immer möglich, weil viele Hundehalter oft nicht mal bemerken, welche Situationen Hunde als unangenehm oder gar bedrohlich empfinden. Und die Hunde an der Leine in die Situation hineinmanövrieren. Wird der Hund dann mangels Fluchtmöglichkeit an der Leine aggressiv um die vermeintliche Bedrohung abzuwehren, der er nicht aus dem Weg gehen kann, wird das von den Hundehaltern vielfach falsch gedeutet. Als Dominanz, Ungehorsam oder ähnliches betitelt. Die Ignoranz, Fehlinterpretation von Hundeverhalten und vor allem auch die Fehlinformationen durch „Hundeflüsterer und Hundeprofis“ führen häufig zu Problemen im Verständnis zwischen Menschen und Hunden.
Auf den Boden drücken?
Zurück zu der Strategie der Hunde, bedrohlichen Situationen aus dem Weg zu gehen. Wenn man in einer Situation, wie zuvor beschrieben, den Hund auf den Boden drückt. Also, Hund an der Leine kann nicht fliehen und zeigt deshalb aggressives Verhalten. Und wird deshalb vom Besitzer auf den Boden gedrückt. Solange, bis er sich nicht mehr wehrt – bis er aufgibt. Mit der Rechtfertigung, ihn zu disziplinieren, ihm zu zeigen, wer der Boss ist etc.
Ruhiger Hund der innerlich stirbt
Wenn man das macht, nimmt man ihm die letzte Möglichkeit, eine Strategie zu finden, mit der für ihn bedrohlichen Situation umzugehen. Bellen oder Aggression an der Leine sind immer noch eine Strategie, die der Hund wählen kann. Er hat noch eine Handlungsalternative. Nimmt man ihm auch das noch und drückt ihn bis zur Aufgabe auf den Boden, nimmt man ihm also auch die letzte Strategiemöglichkeit. Was fatale Folgen haben kann.
(c) fotolia - mila_endo
Ein so behandelter Hund verlernt letztlich selbstständig zu handeln, Strategien in verschiedenen Situationen auszuprobieren und anzuwenden. Der Hund kann komplett Handlungsunfähig in diversen Situationen werden, ängstlich und unsicher. Im Grunde tötet man die Seele und das Wesen eines Hundes. Man schafft einen Hund, der vielleicht „funktioniert“ und ruhig ist. Aber innerlich ruiniert.
Möglichkeit zum Rückzug
Wenn Sie das nicht wollen, „erziehen“ Sie Hunde bitte nie darüber, sie am Boden festzudrücken. Das hat nichts mit Verständnis für Hunde zu tun. Wenn man das hätte, würde man Hunden immer die Möglichkeit geben, Situationen, die sie überfordern, verlassen zu können.

Zerlegt jeder nordische Hund die Wohnung, wenn er unterbeschäftigt ist?

Ich weiß nicht wie oft ich gehört habe, dass die jeweiligen Samojeden die ich hatte, doch unheimlich viel Auslauf benötigen würden. Weil...