Freitag, 13. Januar 2012

Ein offenes Wort an den Kollegen Rütter…

Anfang dieser Woche hatte ich einen neuen Beratungstermin bei einer Familie und Ihrem Hund. Im telefonischen Vorgespräch wurde mir berichtet, dass der Hund, ein Jack-Russell-Mix, immer bellend zur Haustür laufen würde, wenn sich Besuch durch schellen ankündigen würde. Beim Eintreten des Besuchs würde der Hund diesen verbellen und bedrohen, aber (noch) nicht zuschnappen. Solche Fälle sind nicht selten in meiner täglichen Praxis. Ein gezieltes Training, welches dem Hund zeigt und vorgibt, wie er sich in dieser Situation verhalten muss, zeigt meist gute Ergebnisse. Ersatzverhalten trainieren, Strukturen im Hundeleben entwickeln und an der Ruhe und Souveränität der Besitzer arbeiten. Und alles natürlich auf die individuellen Umstände abgestimmt, kennzeichnen meine grundsätzliche Herangehensweise bei solch einem Fall. Das Ganze braucht natürlich etwas Zeit und konsequentes, durchdachtes Training, zeigt aber meist ein positives Ergebnis für Mensch UND Hund.
Gut, ich erschien also zu dem verabredeten Termin und erwartete einen bellenden Hund. Doch nachdem ich die Türschelle betätigt hatte, hörte ich nichts – nur den Familienvater, der schnellen Schrittes zur Tür eilte und mir öffnete.“ Kommen Sie herein und schauen Sie, was wir am Wochenende erreicht haben“, sagte der Mann, der einen fast glücklichen Eindruck machte. In der Küche trafen wir dann auf den Rest der Familie und den „Problemfall“ Hund, der merkwürdigerweise still unter einer Küchenbank lag. Allerdings lag der Hund nicht friedlich entspannt unter der Bank, es hatte eher den Anschein, dass das Tier dort eine Zuflucht gefunden hatte, allerdings trotzdem noch stark gestresst war. Der Hund beäugte das Umfeld sehr genau, hektische Augenbewegungen wechselten sich mit lecken der Schnauze, zittern und einem fast schon apathischen Lecken der Vorderläufe ab. Der Hund war augenscheinlich stark gestresst im Zusammenhang mit meinem Erscheinen als Besucher – er war traumatisiert. Als wenn das nicht schlimm genug wäre, versuchten die Besitzer das Tier noch unter der Bank hervorzuziehen – und als der Hund dann knurrte, weil er sich nicht „gewaltsam“ von seinem scheinbar sicheren Platz entfernen lassen wollte (was vollkommen verständlich war), holte der Besitzer plötzlich eine Kette hervor, warf diese dem Hund vor die Nase. Jetzt konnte er den nicht mehr knurrenden Hund, der inzwischen stocksteif dalag, unter der Bank hervorziehen. Es war ein Moment, wo ich laut losmeckern wollte, um den Hundebesitzer so zu traumatisieren wie den Hund. Um aber nicht alle Möglichkeiten dem Hund zu helfen zu verspielen, verzichtete ich darauf und konnte auf sachlicher Ebene erläutern, was dem Hund gerade und am letzten Wochenende angetan wurde.
Was war geschehen? Im Gespräch erläuterte mir die Familie dann, dass sie am Samstag eine Sendung mit Martin Rütter gesehen hätte, wo einem Hund eine Kette und/oder ein Flasche, gefüllt mit Nägeln, immer dann vor die Füße geworfen wurde, wenn er Besucher anbellte oder knurrte. Da ich die Sendung nicht selbst gesehen habe kann mich nicht genau zu dem geschilderten Beitrag äußern. Ich kann allerdings sagen, dass ich persönlich nie mit Wurfketten und anderen Mitteln arbeite, die Hunde im Training kontinuierlich erschrecken, verängstigen und verunsichern. Sicher kann man situativ mal in die Hände klatschen oder auf den Boden stampfen, um Hunde zum Abbruch einer „unerwünschten“ Handlung zu bringen. Einen Hund aber mit Rappelgeschossen zu traktieren, um ein schnelles Ergebnis zu bekommen, führt fast immer zu stark traumatisierten Hunden, die dauerhaft verängstigt sind und eine minimale Lebensqualität erhalten. Zudem können solche Hunde im schlimmsten Fall durch aufgestaute Frustrationen und Wut irgendwann ins Gegenteil umschlagen und noch stärkere Aggressionen zeigen, als zuvor von dem „Rappelquatsch“ beseitigt. Nun gut, ich kann den Fall aus dem TV nicht genau beurteilen, weil ich ihn nicht gesehen habe. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hätte ich ihn aber anders angegangen. Was natürlich einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen hätte und nicht den fernsehgerechten Schnellerfolg gezeigt hätte. Aber ich hätte mit Sicherheit auch darauf geachtet, dass Fernsehzuschauer, die solche Methoden um des „schnellen Erfolgs Willen“ oft unreflektiert nachahmen, nicht auf diese Idee kommen würden, ihren Hund innerhalb eines Wochenendes mit Kettenwürfen in ein nervliches Wrack zu verwandeln.
Darum nun einmal einige persönliche Worte an Dich, Martin.
Dass dieser Hund dermaßen traumatisiert unter der Bank lag, war natürlich in erster Linie die Schuld der Besitzer – doch man kann nicht leugnen, dass sie erst durch Deinen Fernsehbeitrag dazu gebracht wurden, so mit Ihrem Tier umzugehen. Ich weiß natürlich, dass bei Fernsehproduktionen der Unterhaltungswert und der schnelle, gern spektakuläre Coachingerfolg im Vordergrund stehen. Einen schnellen Erfolg mit Wurfketten etc. kann man natürlich visuell und dramaturgisch gut umsetzen und verkaufen. Allerdings mit dem Erfolg, dass so etwas von weniger informierten Hundehaltern oft ohne Gedanken kopiert wird, bis man traumatisierte Hunde hat wie das Tier meiner Kunden. Und ich bin mir sicher, dass diese Kunden nicht die einzigen Menschen sind, die solch eine „Methode“ unreflektiert kopieren. Wenn man öffentlich Tipps oder Äußerungen zu gewissen Themen abgibt, muss man immer bedenken, dass öffentliches Auftreten Konsequenzen für andere haben kann. Hier sind die leidtragenden Hunde. Ich versuche bei jedem öffentlichen Wort höllisch darauf zu achten, dass meine Worte keine negativen Folgen für Hunde haben. Schließlich handelt es sich um lebende und vor allem empfindende Lebewesen, die den Menschen letztendlich bedingungslos ausgeliefert sind. Ich würde mir wirklich wünschen, dass Du, Martin, manchmal auch mehr die Folgen für die Hunde bedenken würdest, und nicht nur die sendefähige Umsetzung im Auge hättest. Damit würden viele Hunde vor traumatischer Behandlung bewahrt.
Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte Dich hier nicht grundsätzlich kritisieren, weil ich überzeugt bin, dass Du im Prinzip keine Gewalterziehung befürwortest. Wobei ich die Einschüchterungsmethoden über Erschrecken nicht zielführend halte und persönlich nicht einsetzen würde, denke ich dennoch, sind wir in Deutschland mit Dir als medialen „Vorturner“ doch besser dran als z. B. die Amerikaner mit dem „Hundeflüsterer“. Du bist mir als Mensch auch nicht unsympathisch, Du bist ein guter Comedian, Deinen Einsatz für den Tierschutz schätze ich – aber ich würde mich noch mehr freuen, wenn Du manchmal mehr daran denken würdest, was es indirekt für Hunde bedeuten kann, wenn ihre Besitzer Deine Sendung sehen. Im Falle meines Kundenhundes war die Folge ein Trauma. Welches wir nur sehr langsam und mit sehr viel Geduld wieder umkehren können. Aus dem eigentlichen Fall ist nun ein wesentlich schwierigerer geworden, der die Besitzer letztlich mehr Nerven und Geld kostet, als es nötig gewesen wäre. Klar, mir beschert der Fall nun mehr Honorar. Aber darauf könnte ich verzichten – weil ich es nur schwer ertragen kann, wenn Hunde leiden…
Also, nichts für Ungut für diese offenen Worte. Ich hoffe, dass Du vielleicht einmal über die möglichen Konsequenzen Deiner öffentlichen Ausführungen nachdenkst. 
Mit kollegialem Gruß
Thomas Riepe

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Lesen Sie bitte auch
http://klartexthund.blogspot.com/2012/01/welpenverkauf-in-einer-zoohandlung.html

Ein Wort zu den Kommentaren:
Es ist wirklich erstaunlich, wie emotional und aufgeheizt einige Kommentare sind. Ein großer Teil der eingehenden Kommentare dreht, bzw. drehte sich um grundsätzliche Fragen der Hundeerziehung, Beleidigungen wurden aussprochen (gegen mich, aber auch gegen Martin). Ferner wurde versucht, eigene Wahrheiten zu patzieren etc. Dabei sei es hier nocheinmal angesprochen: Dieser Artikel ist weder ein Angriff gegen den Kollegen, noch möchte ich an dieser Stelle grundsätzliche "Wahrheiten" verbreiten oder gar "belehren". Das Ziel ist schlicht, dass mal darüber nachgedacht wird, welche Verantwortung man den Hunden gegenüber hat, wenn man sich öffentlich zu Erziehung äußert. Es ist wirklich erschreckend, wie auf solch einen Gedankeanstoß teilweise reagiert wird, und welche Grundsatzdiskussionen losgetreten werden. Ich sehe mich daher gezwungen, die Kommentarfunktion zu begrenzen. Ich bitte um Verständnis dafür - viele Kommentare, die ich nicht "durchlassen konnte" waren inzwischen wirklich viel zu weit weg vom Thema. Es sei auch erwähnt, dass dies ein BLOG ist und kein Forum ;-)

Kommentare:

  1. Danke Thomas für Deinen Beitrag.Du bist nicht der Einzige, der mit den sicher gutgemeinten Fernsehsendungen und ihren Auswirkungen zu kämpfen hat. Oft werden meine Erklärungen mit dem Satz:"....aber bei Rütter in der Sendung ging das viiiiel schneller......" oder "...ich habe das genauso wie der Rütter im Fernsehen gemacht ...." oder noch schlimmer:"...das ist mir zu mühsam, soviel Zeit habe ich nicht....". Ich hoffe, Dein Brief findet Gehör und regt zum Nachdenken an!
    Viele Grüße
    Ingrid Schultz-Wildelau
    www.hilfe-fuer-hundehalter.de

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    1. !!!!!!!!!!!!Genau!!!!!!!!!!!!
      Danke ingrid!!!!
      Danke Thomas Riepe!!!!
      Die komplette Vermarktung trägt leider NICHT zum besseren Verständnis der Hundehalter ihrem Hund gegenüber bei!
      Eine Hndeschulmaschinerie entspringt zusätzlich dem Boden,zum Teil auf einem Level,der nicht kompetent ist.
      Comedian,jau,genial,das machen wir in unseren Gruppen(im "Randprogramm")seit 10Jahren,damit die Teams locker und offen sind,eine positive Ebene zum (Be-)arbeiten von entsteht,also um ÜBERHAUPT zusammen arbeiten zu können.
      Schauen wir doch gespannt auf die zukunft,hoffen dass die Arbeit der genialen Hundeschulen oder Hundetrainer oder der Vereine da draussen nicht zunichte gemacht wird!
      Ich empfinde das Beoachten UND Bearbeiten jedenfalls als die richte Grundeinstellung,Mobbing unserer tierischen Mitbewohner allerdings nicht!
      P.s....Rütter gefällt mir rein menschlich und als Comedian ebenso gut we auch Mario Barth und Co,das ist unbestritten!
      Beste Grüße Inge Grüneberg

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  2. Danke !!! Jetzt fühl ich mich nicht mehr so allein mit meiner Meinung :-)

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  3. Vielen Dank, Thomas, für diese wahren Worte!

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  4. Ja ja der Rütter,

    immer wieder gerne gesehen. Die Leute mit den Problemhunden differenzieren halt nicht. Ist ja nur ein Hund und was der Oberguru da so gemacht hat kann nicht verkehrt sein sonst würde es nicht im Fernsehen gezeigt.

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  5. Hallo Thomas, welch' wahre Worte!
    Bevor ich Hunde hatte fand ich Martin Rütter auch toll, weil er immer wieder - zu Recht - erklärte, das häufig der Mensch das Problem 'macht'.
    Nun haben wir mehrere Hunde und ganz bald festgestellt, das wir mit seinen 'Methoden' nicht arbeiten können und wollen. Leider begegnen auch mir immer wieder Menschen, die seine Vorgehensweise ohne nachzudenken nachahmen....es wird nicht mal geschaut ob der Hund auch wirklich eine annähernd gleiche Problematik aufzeigt.
    ...und leider gibt es auch immernoch Hundetrainer, die Erziehung durch Einschüchterung praktizieren und lehren. Ich war vor ein paar Monaten in Köln bei einem Workshop für Menschen mit Tierschutzhunden/Hunden aus dem Ausland. Auch dort wurde mit fragwürdigen Mitteln gearbeitet und die älteren Seminarteilnehmer haben nur die Hälfte verstanden aber einfach mal 'gemacht'. Würde mich nicht wundern, wenn diese gutmütigen Hunde - die teilweise erst ein paar Tage in ihrem neuen Zuhause waren - nachher als Problemhund wieder im Tierschutz landen.

    Viele Grüße
    Silvia B.

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  6. Vielen Dank! Ich habe diese Sendung gesehen und war fassungslos, wie Martin Rütter das Fehlverhalten bearbeitet hat!!!

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  7. ja leider werden viele "rezepte" die im fernsehen gezeigt werden einfach so übernommen ohne überhaupt ahnung zu haben was sie da machen .
    www.dogstyle-and-more.de
    simone zimmermann

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  8. Beifall klatsch, Danke für Deine Bemühungen einen mediengeilen Menschen mal zu sagen, was er da eigendlich verursacht

    LG

    Angelika,
    Kollegin

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  9. Ich habe die Sendung gesehen und im Anschluss meine Trainerin angerufen um mit ihr über genau diese Risiken zu sprechen. Schade, dass wirklich Hunde erwischt hat. :(

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  10. was ich schätze: deine konstruktive Art, kritisches Trainingsverhalten zu thematisieren ohne dabei gleich entwertend zu werden.
    Da können sich viele eine Scheibe davon abschneiden!!
    Und - mit deinem Kommentar, lieber Thomas, gehe ich vollkommen einig. Danke!

    LG Esther

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  11. Danke ...

    auch eine Kundin von mir hat mich am nächsten Tag darauf angesprochen ob sie ihre ängstliche Hündin mittels Rappeldose erziehen soll wenn sie bellt weil sie Angst vor Menschen hat ... zum Glück hat sie gefragt

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  12. seit jahren habe ich mit hunden verschiedenster rssen zu tun und muss sagen tipps und tricks gibt es nicht. jeder hund hat ein anderes wesen genauso wie wir menschen. der eine ist ein proll der andere ein schmuser. es gibt leider auch zu viele vermeintliche profies in sachen hunde erziehung die alle ohne ausnahme übungen in gruppen machen. da wie schon gesagt jeder hund individuell ist macht der eine die aufgaben super und der andere haut voll daneben. es gibt kein patend zur hunde erziehung es braucht gedult, verantwortungsbewusstsein, ruhe und konsequentes handeln. da kann ein rütter kommen oder ein schlägel oder wie sonnst die leute heißen die für sehr viel geld eine idee verkaufen wollen. bringt euren tieren gehorsam bei und zeigt den wer chef ist, führt sie sicher in die welt und habt sie lieb. meiner meinung nach muss es ein anerkannten test für hundetrainer geben wo sie ihr wissen und können unter beweiß stellen müssen. es gibt zu viele schwarze schafe die die hunde versauen. oder diese die einfach komerz damit betreiben um richtig geld zu machen. leider will niemand die wahrheit sehen oder hören. hundeschulen müßen überprüft und getestet werden. es geht hier um lebewesen und nicht um dinger.

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  13. also...... ich bin jetzt nicht der Beführworter von Rütter, aber man sollte doch den Menschen die eine Fernbedienung bedienen können und auch noch erwachsen sind und einen Hund halten, doch etwas an Gehirn zusprechen.......Ich gucke auch manchmal seine Sendung....kann das eine oder andere daraus ziehen, würde aber meinem Hund jetzt weder Nägel noch Ketten vor die Füsse werfen (mein Hund würde mich eh nur ansehen und nix tun...wir haben Kinder...den Hund juckt nix...lach)
    Vieleicht sollten die Leutz mal mehr in GUTEN Büchern schmöckern (kostet genau so viel Zeit wie die Sendung anzusehen)..... wenn ich im (sorry)Hartz4Tv Leute seh die ihre Kinder vernachlässigen und damit durchkommen (Ja ich seh manchmal 15 Minuten fern, Mittags während ich Wäsche fallte) fang ich auch nicht an zu saufen weils bei denen ja angeblich keine Nebenwirkungen hat, oder schlage meine Kinder, weil die ja auch damit durchkommen (ich weiß ja schließlich das es auch anders/viel besser geht).
    Also bitte: Macht nicht das Fernsehn für alles Verantwortlich, sondern schaltet euer Hirn ein!

    Will jetzt hier keinen Aufriss machen. Aber immer nur am Fernsehn rumprangern...ja das könnten wir, wenn wir was ändern wollten. Das sollten wir, wenn wir was ändern könnten. Aber wir können und wollen nicht. Denn wir wollen ja schließlich alles sehen...alles andere wäre ja angebliche Zensur...und wer heute....im Zeitalter des Internet immer noch nicht weiß, das alles eh nur gefaket ist, sollte vieleicht seine Kinder fragen, bevor er/sie was nachmacht. Nur weils im TV ist, ist´s noch lang nicht gut/richtig.....
    So und jetzt schlagt mich ;)

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    1. Ich finde den Beitrag sehr gut geschrieben, zumal er auch das Positive erwähnt. Vielleicht wäre noch gut zu erwähnen, dass gewisse Leute nur dank solcher Sendungen auf die Idee kommen sich mit Problemen an einen Hundetrainer zu wenden.
      Ich weiss noch als die Hundeflüsterin Geb-Mann auf dem TV wütete und da war der Schreck bei mir gross, da sie nur mit aversiven Mitteln gearbeitet hat. Ich bekomme von Rütter immer wieder die Botschaft, dass die Menschen an sich arbeiten müssen, dass Hunde geführt werden müssen, dies mit Konsequenz und Geduld und vieles mehr, was mir sehr sinnvoll erscheint.
      Diese Nebenwirkung erhalten die Leute auch, wenn sie sich Filmchen im Internet anschauen. Es wäre schön, wenn er auf solche Mittel verzichten könnte, aber wie hier geschrieben, jeder ist seines Schicksals Herr......
      Grüsse aus der Schweiz, Denise STalder
      www.hunde-kurs.info

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    2. Nö, ich schlage nicht - im Gegenteil :-)

      Es scheint für die Masse Mensch IMMER einfacher zu sein, die Schuld, bzw. die Konsequenzen (s)eines Fehlverhaltens bei anderen zu suchen!

      Sei es nun wie hier aufgezeigt der 'Rütter', bzw. VOX mit seinem Sendeformat, oder eben draussen im Alltag andere Hundehalter, Spaziergänger, Jogger usw.

      Schlussendlich ist der, welcher die Fernbedienung in Händen hält - oder eben auch wieder um den Sprung in den Hundealltag zu finden - das Ende der Leine inne hat, für sein Handeln verantwortlich.

      Mir persönlich wäre es zu erbärmlich, müsste ich sagen: Der ... hat das so gemacht, also ist das richtig. Ich denke lieber selbst!

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  14. Davon kann ich leider auch ein Lied singen...
    Ich komme zu Kunden, die ihre Hunde schon mit Wurfketten und Wasserpistolen traktiert haben und mir dann erklären "der Herr Rütter macht das aber genauso!".
    Das Schlimme ist, dass es ja zu funktionieren scheint: Das unerwünschte Verhalten ist "abgestellt". Wenn der Hund später andere Probleme oder Streßerkrankungen bekommt, ist die "Verhaltenstherapie" längst vergessen.

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  15. Leider werden in den Medien oftmals falsche Inhalte vermittelt, oft aufgrund des Zusammenschnitts, oder den besseren Verkaufszahlen, leider aber auch immer wieder aufgrund des Versäumnisses Nachzudenken! Bei Herrn Rütter ist es wohl eine Mischung aus all dem. Die ersten Staffeln liefen hauptsächlich gewaltfrei (viel Dummytraining) doch ich habe das Gefühl je länger und häufiger er in den Medien ist umso mehr wird es nur noch ein Verkaufen der eigenen Person als "tollen Trainer" und weniger ein darauf achten was der richtige Umgang mit Tier und Mensch ist! Es ist traurig zu sehen, dass Rütteldosen, Wasserspritzpistolen und sogar Wasserkästen als "Druckmittel" gegen Hunde eingesetzt werden!
    Sollten Sie Herr Rütter dies lesen würde ich mir zum einen eine Stellungsnahme und zum anderen ein wieder Einlenken in gewaltfreie Bahnen sehr wünschen!!!
    Ich habe mir früher Ihre Sendungen gerne angesehen, heute mache ich es nur noch um gerüstet zu sein, auf das was Hundehalter unreflektiert übernehmen und vorbeugend aufzuklären!

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  16. Sehr schön und sachlich formuliert! Vielen Dank!

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  17. Ich möchte mich dem Kommentar von Esther anschließen: Hier wird berechtigte Kritik an den effektheischenden "TV-Trainingsmethoden" sachlich begründet und verständlich zusammengefasst - ich denke, das ist genau der richtige Weg, um ein Umdenken anzuregen und auch Hundehalter zu erreichen, die weniger reflektiert an die "Erziehung" ihrer Hunde gehen.

    Vielen Dank für den wieder einmal sehr gelungenen Artikel - ich hoffe, dass er viele Leser finden wird!

    Alexandra

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  18. Hallo Thomas,
    danke, ich bin sowieso gegen diese Einheiten mit Rütter denn es gibt soviele Mensche die gar kein Verstand von diesen DIngen haben und wollen ihre Hunde dann nach Rütter Methode Erziehen und machen alles falsch was man nur falsch machen kann.
    Danke das du den Mut hattest dies öffentlich zu schreiben. Ja man die Hunde-Schwos von Martin find ich gut , die Sprüche die er los lässt aber seine Erziehung im schnelldurchlaug nicht zum nachahmen gedacht für laien.
    Lg Ilona

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  19. hallo thomas,

    lass mich ein paar worte zu deinem beitrag verlieren.
    in meinen augen greifst du hier den falschen an. die hundebesitzer aus martin rütters sendung investieren zwischen seinen besuchen viel viel zeit um zu trainieren. das wird auch regelmäßig dargestellt.
    zu viele menschen legen sich einen vierbeiner zu, ohne ausreichend über die verantwortung nachzudenken...da liegt der fehler...menschen noch früher aufklären! (das das nicht einfach ist ist mir auch klar)
    das training und der umgang mit dem tier setzt verständnis voraus...in dem von dir beschriebenen fall war das einfach nicht vorhanden, aber das weißt du sicher selbst. leider ist in so einem fall keine serie im tv ausreichend tiefgründig, die leute über wochen zu begleiten...muss sie aber auch nicht. wenn man sich mit dem thema hund auseinandersetzt, kann man der sendung von martin rütter viele nützliche tipps und anregungen entnehmen, sich damit intensiv befassen und dann mit geduld auch erfolge verbuchen.
    die kette ist, RICHTIG EINGESETZT, wirkungsvoll und verstört den hund nicht. ob du diese technik als abbruchsignal befürwortest ist dabei vollkommen irrelevant.

    wie heißt es so schön...viele wege führen nach rom...es gibt viele methoden das verhalten eines hundes umzustrukturieren oder zu..."bessern". nur setzt das das nötige verständnis voraus! (ich weiß, ich wiederhole mich)

    bitte versteh mich nicht falsch. ich zweifle in keinster weise an deiner fachkompetenz!!!

    trotz allem möchte ich dir danken, dass du dieses thema hier öffentlich aufgegriffen hast, damit sich viele nochmals oder überhaupt damit befassen können.

    viele grüße
    daniel

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    1. Ich stimme dir zu, endlich jemand der das richtig versteht und meiner meinung ist. Nur kann ich es auch nicht verstehen das einige Menschen nicht überlegen das nicht jedes mittel bei jemden Hund richtig ist, Habe einer freundin das auch geraten mit der Kette, ihr Hund geht auch auf jeden los, der in die Wohnung geht, nach mir hat sie auch geschnappt. Und bevor es schlimmer wird muss sie dringend etwas machen. Dank der kette die sie richtig einsetzt ist die Hündin schon entspanter geworden mit Besuchern und fremden Hunden.
      Ich bin ein Rütter fan =) Mann muss nur überlegen ob die Methode die richtige ist, und wenn mann es nicht weiß lieber sich von einem Profi hilfe holen
      lg S.H

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    2. oh.oh...liebe leute...auch in dem vorbezeichneten fall...ist die aktionunterbrechung durch den kettenwurf nicht die richtige,sondern als NOTLÖSUNG anzuusehen!
      aber einen Rat zu schreiben,oder selbst per telefon zu erteilen,empfinde ich als falsch.
      da muss man man wachsamem blick hund un halter mal ansehen(und das nicht in der planbar eskalierenden situation!sondern im "normalen"umgang)!
      eine "methode" in den medien..auch hier...aufzuzeigen ist aus meiner sicht grobfahrlässig.
      dennoch viel glück,aber vorgehensweise sollte überdacht werden
      lebe grüße Inge Grüneberg

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  20. Sachlich, absolut nachvollziehbar und nicht verletzend - besser kann man es nicht ausdrücken!
    Vielen Dank für diesen gelungenen Artikel, der hoffentlich nicht nur von den Hundebesitzern gelesen wird, die solche Methoden sowieso ablehnen, sondern auch die anderen zum nachdenken bringen wird.

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  21. VOR EIN PAAR TAGEN SCHRIEB ICH FOLGENDES AN DIE PINWAND VON MARTIN RÜTTER BEI FACEBOOK.lieber herr rütter ich habe immer sehr viel von ihnen gehalten und darum muss ich ihnen nun auch mitteilen, dass die sendung am samstag ein voller griff ins klo war. nicht nur die nummer mit estrella fand ich absolut daneben, sondern auch das yorkshire grabschen war absolut unangebracht. dessweiteren hat es mich erschreckt, dass sie diesen absolut diskreminierenden und rassistischen ausdruck "kampfhund" in so einer show benutzen! sie sind doch in zwischen ein vorbild für viele menschen geworden und haben verdammt nochmal dadurch auch eine gewisse verantwortung! bitte besinnen sie sich auf das wesentliche und vermarkten sich nicht um jeden cent für so einen sch...

    ICH POSTETE DIES AUCH AUF MEINER PINWAND. TJA WAS SOLL ICH SAGEN, HERR RÜTTER LÖSCHTE ES EINFACH OHNE ANTWORT. DAFÜR BEKAM ICH AUF MEINER PINWAND VIEL ZUSPRUCH, SO DAS ICH MICH MIT MEINER MEINUNG DOCH NICHT MEHR SO ALLEINE GEFÜHLT HABE.

    TATJANA

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  22. Also ich muß sagen,ich lehne solche Methoden auch ab. Aber der Fehler ist zu 99% bei den Haltern zu suchen.
    Jeder normal denkende Mensch weiß, das ich nicht die Methoden einfach bei meinem Hund ausprobieren kann, welche im Fernsehen kommen, da man am Timing und der Kommunikation mit dem Hund üben muß und nicht ihn nur einzuschüchtern.Und Herr Rütter sagt auch immer klar, das alles mindestens 6 Monate eher noch länger dauert,bis man Erfolge (ohne Angst) verbuchen kann. Nicht umsonst ist in manchen Beiträgen am Anfang noch Frühling und dam Ende Winter.
    Klar ist das Herr Rütter zum größten Teil ein guter Comedian ist, aber man kann ihn nicht für die Idiotie der Hundehalter verantwortlich machen, die jeden Sch... nach machen.

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  23. Ein sehr guter Beitrag, spricht mir absolut aus der Seele, zumal ich auch immer wieder darauf angesprochen werde "...aber beim Herrn Rütter geht das ganz schnell und sicher....", ohne dass der Kunde dabei auch nur einen Hauch von Ahnung über die Nebenwirkungen hat. Diese werden nämlich in keiner Sendung erwähnt.

    Danke für diesen Artikel!

    Liebe Grüße Elke

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  24. hallo
    die kritik ist verständlich, sie ist angebracht. bei diesen gezeigten methoden der rappeldose und der wurfkette und der wasserpistole bringen den schnellen erfolg...peng der hund rührt sich nicht mehr, man hat sein falsches verhalten abgebrochen. bis hierhin soweit so gut...was aber fehlt und woran es dann scheitert, warum andere die das dann einfach so nachahmen dann vielleicht einen stocksteifen hund haben der sich nicht traut zu rühren und der mit stress reagiert ist die entspannung nach dem abbruch. was negativ gestoppt wurde muss dann doppelt so stark positiv gelobt werden so das der hund wieder in die entspannung kommt. das gar keine stresssituationen danach erst entstehen können. ein negatives verhalten stoppen und in eine positive ersatzhandlung umleiten, die dann gelobt und belohnt wird.

    in dem gezeigten "fall" war doch das problem das der hund wenn besuch kommt einen aufstand macht und den besuch stellt und sogar vielleicht attakieren würde. der hund wurde gestoppt...später lag er dann zitternd und gestresst und verspannt auf seinem platz.
    da hab ich mich gefragt wo bleibt die entspanung des hundes ? der rütter ging und zurück blieben hundehalter zwar mit einem ruhigen aber gestressten und verspannten hund...
    (der rütter redete sich raus aus der nummer das sei für jack russel terrier normal das sie so zittern...sowas kann man nur unbedarften verkaufen)

    man muss nicht in der hundeerziehung den langen weg gehen über monatelanges training aber wenn man den kurzen weg geht muss man ihn korrekt gehen und auch zeigen wie er funktoniert ohne dem hund zu schaden.gleiches gilt genauso für den langen weg, hier kann es auch nicht angehen das es hundetrainer gibt die ihrer kundschaft über monate hinweg mit der leckerlietaktik kommen und somit alles regeln wollen aber trotzdem kein vernüftiges ergebnis vorweisen können am hund.

    in diesem sinne...
    mfg

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  25. Hab da mal eine Frage: Ein guter Rudelführer zu sein bedeutet vier Läufe zu haben, gemeinsam auf die Jagd zugehen, sich als Rudelführer mit der AlphaWölfin fortzupflanzen und die Welpen zu erziehen? Wann begreift der Mensch, dass wir keine Wölfe/ Hunde sind und die immer wieder kehrende Dominanztheorie eine Artgerechte Erziehung nicht leichter macht? Ich denke, dass Trainingsmethoden nach dem RudelführerPrinzip nicht mehr in unsere heutige Zeit gehören.

    Viele Grüsse Thomas

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  26. Da schlage ich mal vor den betreffenden Fernsehbeitrag in der Vox Mediathek anzuschauen. Man sieht sehr gut, welche Genauigkeit Martin Rütter und die hinzugezogenen Trainerinnen beim Timing mit den Schreckobjekten walten lassen ... Es geht darum ein Muster zu unterbrechen und daraus dann ein Lernen für den Hund zu ermöglichen.
    Leider wollen die Menschen immer sofortige Zauberei um ihre Probleme mit ihren Tieren gelöst zu bekommen, die sie über lange Zeit antrainiert haben. Und sicherlich wird das duch all diese Sendungen forciert, weil kaumeiner sich die Mühe macht GENAU hinzuschauen, versuchen die Zusammenhänge und Hintergründe zu verstehen und wirklich das Problem zu lösen. Meist soll das Tier ja wie eine Maschine funktionieren und dem Besitzer Anerkennung und Aufmerksamkeit einbringen. Ich weiss nicht viel von Hunden, gucke Herrn Rütter aber gerne zu - ich arbeite mit Pferden, die Probleme sind andere - aber die Probleme der Menschen sind immer die selben!

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  27. Hallo zusammen,
    wir von www.deutschlandsagtnein.com finden dieses offene Wort schon lange überfällig.

    Wie kann sich ein Mensch der sein Geld mit Hunden verdient immer noch über Wasser halten, wenn er keine Problemhunde nimmt? Wenn er immer noch von Kampfhunden spricht? Wenn er Tierheimhunde für die Quote in seine Show bringt? Wenn er Welpen malträtiert? Wenn er die Hilferufe tausender verzweifelter Tierschützer ignoriert, die seinen Promibonus für das Beenden der Massaker im Vorfeld der EM 2012 erfleht haben?

    Herr Rütter, ist vielleicht in seinen Augen oder das seines Managements Deutschlands "Hundeversteher Nummer Eins" oder der "Hundeflüsterer" aber für uns alle, hat er seine Daseinsberechtigung verwirkt und sollte doch lieber weiter sein albernes Comedyprogramm durchziehene!

    Vielen Dank an alle Vorposter, die genau die selbe Meinung wie wir vertreten!!

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  28. Hallo!
    Habe mir das ganze mal durchgelesen...Ich nehme an, dass keiner (mit Verstand)Gewalt bei Erziehung befürwortet, weder bei Tieren noch bei Kindern. Aber es ist nun mal so, dass Hunde wie auch Menschen/Kinder verschieden sind. Der eine ist sensibel, der andere nicht.
    Man sollte annehmen können, dass Hundehalter ihren Hund kennen:-/und wissen was ihn traumatisieren würde oder könnte und was wirklich Wirkung zeigt. Keiner will seinen Hund traumatisieren, denn über kurz oder lang würde der Schuss nach Hinten losgehen, je nach dem mit welchem Hund man es zu tun hat. Davon hat zudem auch keiner was. Wer keine Nerven für einen Hund hat, sollte sich keinen nehmen. Hunde sind wie Kinder, man muss sie erziehen, man braucht Zeit und Geduld. Ein Kind kommt auch nicht auf die Welt und weiß schon alles.
    Ich habe eine Hündin, sie ist 6 Monate alt und momentan sehr anstrengend, aber ich kenne sie und weiß wie sie worauf reagiert. Eine Rappeldose oder Wurfkette wäre für sie ein Spielzeug und würde nicht bringen.
    Ich find es eigentlich ganz gut, dass es solche Sendungen gibt, wie die mit Martin Rütter, denn da kann ich mir einiges rausnehmen. Ich habe allerdings noch nie erlebt, dass er jemandem zur Gewalt gegenüber dem Hund geraten hat. Scheinbar braucht man immer einen Sündenbock...in dem Fall der Rütter:-/ Die Sendung dauert eine Stunde, aber was sich die wenigsten anscheinend klarmachen....er braucht länger als eine Stunde um einem was "beizubringen". Das mit der Rappeldose...find ich nicht schlimm, aber jeder mit genug Verstand sollte auch wissen, dass es nicht auf Dauer eingesetzt werden sollte. Wenn ein Hund darauf reagiert, verbindet er das auch mit dem Kommando der in dem Moment gegeben wird und meist reicht es aus, wenn man das ein paar mal macht! Auch das weiß ich aus Erfahrung.
    Wer seine Hirnzellen dann und wann mal aktiviert, weiß auch selbst wie er am besten mit seinem Hund umzugehen hat!!! Natürlich alles Gewaltfrei.
    Man sollte bei aller Liebe zu seinem Tier aber trotz allem nicht vergessen, dass es ein Tier ist und in der Tierwelt selbst, wird nicht gerade zimperlich umgegangen.
    Es gibt genug gute Bücher die man lesen kann und sollte bevor man sich ein Tier nimmt. Es gibt genug gute Bücher die man lesen kann, wenn man gerade nicht mehr weiter weiß, wenn ein Hund in die "Pubertät" kommt:-)
    Also, weniger Fernsehen, denn das wird oft missverstanden und mehr lesen und sein Tier kennenlernen!!

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  29. Sehr geehrter Herr Riepe,
    kennen sie noch das bild mit der oma im sessel und der aufgerollten zeitung in der erhobenen hand?
    Nun,diese kette oder flasche beruht auf dem gleichen prinzip und ich persönlich finde es eher amüsant,dass der Martin mittlerweile von animal learn zu canis in erziehungsfragen gewandert ist...die technik der androhung betreiben hunde den ganzen tag untereinander auch um schlimmeres zu vermeiden oder ressourcen zu sichern...was bei all diesen hundeshows aber absolut nicht stattfindet oder zu kurz kommt sind erklärungen warum man was,wann,wieso macht...die leute sind genauso schlau wie vorher,haben halt ein situatives werkzeug,aber kein übergreifendes know-how mit auf den weg bekommen...

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  30. Hallo Thomas (Herr Riepe),
    habe im Moment einen ähnlichen Fall (Hovawart) bei der Besitzerin ist es noch schlimmer, sie wendet 5 verschiedene Methoden an von 4 Hundetrainern u.a. natürlich Rütter, dann noch nachgelesen im Internet. Ich glaube, dass das ein Riesenproblem ist, die Sendung von Rütter, die Menschen glauben wirklich, dass man in 1-2 Sitzungen Verhaltensänderungen (auch ohne professionelle Hilfe) ändern kann, die schon lange ritualisiert sind, weil bei Rütter dauert das ja auch nur ne halbe STunde. Aber hoffentlich liest der Herr Rütter Deinen Brief.

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  31. Vielen Dank für diesen konstruktiven Artikel. DIESE Sendung habe ich nicht gesehen, aber einige zuvor und dabei festgestellt, dass in er Sendung wieder vermehrt aversive Methoden eingesetzt werden und teilweise ohne zuvor auch nur ansatzweise ein gewünschtes Alternativverhalten zu trainieren. Es wird also nur versucht, dem Hund "klar zu machen", was er gefälligst zu unterlassen hat.
    Was mir dabei auch aufgefallen ist, ist, dass sowohl Herr Rütter und auch teilweise die Halter ganz offensichtlich Spaß daran hatten, wenn sich der Hund erschreckte, mit dem vollen Strahl aus einem Wasserschlauch (wo sind denn die "harmlosenen, gar nicht schlimmen kleinen Wassersprühpistölchen geblieben? *Ironiewiederausschalt*) beschossen wurde, während ein anderer Hund vorbei geführt wurde (welcher den zu trainierenden Hund übrigens androhte, weshalb der völlig zu Recht entsprechend antwortete....).
    Ich finde es unglaubwürdig, sich einerseits für den Tierschutz einzusetzen, und andererseits nicht mal bei individuellen Hunden tierschutzgerecht zu trainieren UND das ganze dann auch noch im Fernsehen zu zeigen.

    Zu dem "andere Methoden sind oft schneller, und nachhaltiger" möchte ich zwei Dinge sagen:
    1. Na und? Warum sollte denn bitte SCHNELLER ein wünschenswertes Kriterium sein, im Zusammenleben mit einem Lebewesen? Ich wähle Trainingsmethoden nicht danach aus, ob ich nach einer Wiederholung einen "funktionierenden" Hund haben könnte, sondern danach, ob ich mir nach der Anwendung im Spiegel noch in die Augen sehen könnte - oder dem Hund...

    2. Ich habe noch keinerlei Beweise gesehen, dass solche Methoden SCHNELLER sind - noch keinen Einzigen.
    Denn: Ich habe gar nicht das ZIEL, dass die Hunde DAS lernen, was sie durch aversive Trainingsmethoden lernen. Das WAS meine Hunde lernen, ist durch aversives Training gar nicht zu erreichen, deshalb kann es auch unmöglich schneller sein.

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  32. Danke Thomas,
    ich werde helfen diese Stellungnahme flächendeckend zu verbreiten.
    Viele Grüße,
    Gerrit Stephan, Bochum

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  33. Klasse Brief, danke. Seit einiger Zeit kann man bei den Hundeprofi Sendungen einen ganz klaren Trend zur "Deutlichkeit" erkennen. Von der Wasserpistole wurde volle Wasserflasche und immer schneller und häufiger und immer weniger andere Lösungsansätze. Das ist eine Spirale, die irgendwann für uns einfach nicht mehr vertretbar ist. Wo wird es enden? Und ja, bei einigen nachahmenden Kunden knurrte der DSH das Frauchen schon mal an, weil er Zipperlein im Rücken hatte und von ihr nur wusste, dass sie ihm Wasser ins Gesicht sprüht, wenn er sich an der Leine nicht "benahm". Das muss sich ändern. Der Impact auf die Zuschauer ist zu folgenschwer für deren Hunde.

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  34. Hallo Thomas,

    auch wenn ich den Beitrag nicht gesehen habe, so stimme ich deinen Ausführungen doch weitestgehend zu.

    Die Problematik, das Hundehalter die Sachen aus dem Fernsehen kritiklos übernehmen ist ja auch nicht gerade neu und verfolgt mich als Trainer im Umgang mit unseren Hundekunden schon seit Anbeginn der Sendungen.


    Kollege Rütter sollte sich mal entscheiden, will er ein
    ernst zu nehmender Hundetrainer werden oder ein billiger Comedian bleiben!

    Bisher überzeugt mich keine der beiden Versionen.

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  35. Endlich mal klare Worte - hoffen wir, dass sie Gehör finden.

    "Methden" aus TV-Sendungen blindlings zu übernehmen, kann sich katastrophal auswirken - man stelle sich vor, alle würden der Supernanny etc. nacheifern. Au weia!

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  36. Ich finde den Brief sehr sachlich und vom Grundtenor auch richtig .... solche Methoden sollten sicher nicht unreflektiert und ohne das wachsame Auge eines Trainers angewandt werden.
    Ich habe die Sendung gesehen und muss zumindest mal anmerken, dass MEHRFACH gesagt wurde, dass dies ein sehr extremes Erziehungsmittel ist, das in der Anfangsphase zumindest auch nicht von den Besitzern angewandt werden sollte, weil ein Ziel war, dass sich die Hündin mehr an ihren Besitzern orientieren sollte und diese ein Hinwenden der Hündin zu ihnen nach der Maßregelung durch die Besucher-Tiertrainer auch positiv bestätigten.
    Martin Rütter sagte auch mehrmals dass das für den Hund schon "harter Tobac" sei.
    Die Hündin sollte lernen, dass anknurren und angreifen von Besuchern für sie negative Konsequenzen hat, während sich bei Besuch auf den Hundeplatz legen und/ oder sich den Besitzern zuwenden positiv bestärkt wurde.
    Bevor überhaupt dieser Teil des Trainings begonnen wurde gingen ca. 6 Wochen voraus, wo die Besitzer gar keinen Besuch empfingen, sondern mit konsequentem Training an der Bindung zwischen sich und ihrem Hund gearbeitet haben. Martin Rütter sagte auch in der Sendung, dass das unabdingbare Voraussetzung für den nächsten Trainigsschritt mit dem Hund sei, damit dieser Vertrauen zu seinen Besitzern habe und nicht völlig verstört werde...
    Von Showeffekten für den kurzfristig in der Sendung zu erzielenden Erfolg kann man da glaube ich nicht reden....
    Grundsätzlich einmal wurden von ihm in der Sendung aus deutliche Signale gesetzt, dass diese Art von Training nicht in ungeübte Hände gehört!
    Dass ein Teil der Zuschauer offensichtlich nicht in der Lage ist, solche kommunizierten Warnungen zu antizipieren und wie in Deinem Fall auf die kompetente Trainerhilfe zu warten ist schon traurig ... darum muss man bestimmt über die Vermittlung solcher Methoden im Fernsehen nachdenken.
    Es ist aber auch nicht so, dass Martin Rütter solche Methoden propagiert, ohne Warnungen zu setzen.
    Es gab in den letzten Folgen ja auch Trainingsmethoden und -erfolge zu sehen, die überhaupt nicht drastisch und über lange Zeiträume angelegt und dann auch noch mit erfolg gekrönt waren ....

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  37. Nun es ist nun mal so, dass das Produkt "Hundeflüsterer" sich gut vermarktet und das gelingt auch nur, wenn in jeder Sendung auch andere Methoden angewandt werden. Würde man immer nur mit der Wasserpistole arbeiten, würde ja keiner mehr zuschauen. Der Zuschauer erwartet schließlich Abwechsung und inovative, neue Ideen! Man muss sich ja schließlich weiterbilden und mit der Zeit gehen. Leider zum Leid der Tiere! Danke, Thomas für diesen Beitrag!!!!
    Inka Lojet

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  38. Der Herr Rütter betont in jeder einzelnen Sendung, dass eine solche Methode wirklich nur in besonderen Problemfällen und auch möglichst sparsam eingesetzt werden soll. Er setzt die Wurfketten immer selbst ein und überlässt die Aufgabe niemals den Hundebesitzern, die durch zu häufigen Einsatz oder falsches Timing zuviel Schaden anrichten könnten.

    Wenn Hundebesitzer sich Rütters Sendung ansiehen und trotz der vielfachen Hinweise, dass dies eine wirklich heftige Maßnahme ist, die nicht zu unterschätzen sein sollte, dennoch selbst und ohne Unterstützung dazu greifen, kann man Herrn Rütter nicht die Schuld daran geben.
    Er zeigt doch auch vielfach in seiner Sendung das Verhalten von eingeschüchterten und verängstigten Hunden die fälschlich als brav oder dominant-aggressiv eingeschätzt werden, wer seine Sendung also ernsthaft verfolgt sollte in der Lage sein, einen eingeschüchterten und vor Angst steifen Hund als solchen zu erkennen!

    Soll man denn Motocross-Fernsehübertragungen verbieten, nur weil die Gefahr besteht, dass einige Zuschauer die Stunts nachahmen?

    Wer einmal in einem Tiergeschäft gearbeitet hat, weiß haarsträubende Geschichten zu berichten von ahnungslosen Menschen, die für ihre angstaggressiven Hunde einen Maulkorb kaufen wollen, weil diese auf Kleinkinder losgehen, oder ernsthaft glauben, ein Hund höre automatisch auf eine Hundepfeife. Gegen die Dummheit der Menschen ist leider noch kein Kraut gewachsen.

    Die Lösung des Problems wäre nicht die Abschaffung einer Sendung, die für 95% aller Hundebesitzer hilfreich ist und ihnen ein besseres Verständnis für das Verhalten ihres Hundes vermittelt.

    Viel effektiver wäre es, den Menschen schlichtweg keine Hunde mehr auszuhändigen bevor sie nicht bewiesen haben, dass sie Hundeverstand besitzen. Ich denke da an eine Art Hundeführerschein.

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  39. Ich denk mir die Leut' sollten anstatt den Rütter vor der Glotze nachzuahmen....lieber ihre Hunderl schnappen und in die nächste gute Welpen bzw.Hundeschule fahren!!!!Bzw.erfahrene Hundehalter oder Züchter(keine Vermehrer)um rat fragen :-))))...das ist die volle Wahrheit so wahr mir mein Hund lieb ist.ggg.

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  40. DANKE für den offenen Brief!

    Ich habe diesen Bericht gesehen. Dort wurde von einem Hund berichtet, der Besucher der Familie bedroht und zugebissen hat. Für den normalen Hundebesitzer war dies definitiv keine gute Umsetzungs-"Vorlage" für den eigenen Hund.

    Hier ist der Film nochmals zu sehen:
    http://www.voxnow.de//der-hundeprofi/provozierende-hera-bellender-jimmy.php?container_id=74178&player=1&season=4

    Da wir schon sehr viele Fernsehsendungen mit unseren Hunden mitgemacht haben und ich genau weiß, wie einem dort das Wort im Mund umgedreht wird, wie das, was man sagen und herüberbringen will medienwirksam umgedreht wird, tut mir Martin Rütter eigentlich nur leid. Er will bestimmt "das Richtige" nur, so würde es sich im Fernsehen nicht verkaufen!
    Wir haben daher für uns vor 2 Jahren beschlossen - keinen Fernsehbericht mehr! Es gibt Schnupperkurse, dort kann ich genau das herüberbringen, was für mich in Bezug auf den Hund wichtig ist.

    Hundehalter wollen aber leider immer die schnelle Lösung. Falls dies nicht klappt, es gibt ja noch genügend andere Trainier! Mir tun nur die Hunde leid, die müssen es leider ausbaden.

    Ursula Gutscher

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  41. Super..toller Bericht
    Viele wollen Geld sparen und "machen" es selber..das Ergebnis ist ja oben zu lesen :-(
    Ich finde in solchen Sendungen sollte darauf hingewiesen werden - "nicht einfach nachmachen" - sondere das Problem erst von einem Trainer analysieren lassen.

    Ging der Link zu Martin auf die FB Seite ?
    Wäre ja schön wenn er sich vielleicht auch dazu äußern würde :-)

    Lieben Gruß
    Claudia Pick

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