Donnerstag, 22. Dezember 2011

Frohes Fest und giftige Wattebäusche…

Als ich im April 2011 damit begonnen habe diesen BLOG zu erstellen, konnte ich nicht ahnen, wie erfolgreich dieser werden würde. Zunächst war er nur dafür gedacht mal in klaren Worten zu formulieren, was man in „normalen“ Printmedien nicht aussprechen kann, weil man immer Käufern, Werbepartnern und strengen journalistischen Standards unterworfen ist. Zwar halte ich auch hier journalistische Grundsätze ein, ich kann jedoch in vielen Bereichen und Ausführungen viel weiter gehen, weil ich letztlich nur meinem Gewissen verpflichtet bin. Zwar schreibe ich auch weiter gern für seriöse Fachmagazine im Hundebereich, wie z. B. WUFF oder mein eigenes „Baby“, dem CANISUND. Doch hier im BLOG habe ich die Plattform gefunden, die es mir erlaubt, unverblümt anzusprechen, was im Bereich Mensch/Hund schief läuft.
Wie bereits erwähnt war dieser BLOG nur gedacht, mal ohne Zwänge Dampf ablassen zu können. Dass viele Artikel inzwischen mehrere tausend Leser fanden und ich in Emails, Zuschriften und Kommentaren ein überwiegend positives Feedback bekommen, freut mich umso mehr. Es freut mich, weil ich viele Menschen damit erreiche – die ich nicht belehren möchte, aber zum Nachdenken anregen. Und somit vielleicht auch einen Teil dazu beitragen kann, dass Menschen Hunde besser verstehen und diese dadurch anders behandeln. Vielleicht kann ich mit dieser „Schreibarbeit“ über Hunde sogar mehr für die Hunde tun, als innerhalb meiner praktischen Arbeit mit Mensch und Hund, weil ich einfach mehr Menschen erreiche. Ich möchte mich heute, kurz vor Weihnachten bei allen Lesern und Hundefreunden bedanken, die mir ein so positives Feedback geben und die Artikel in so großer Zahl lesen. Die Aussagen der Leser im privaten Austausch lassen mich hoffen, dass ein großer Teil der Hundehalter und Hundefreunde im deutschsprachigen Raum ihre Hunde als Lebewesen respektieren und freundlich mit diesen umgehen.
Daher wünsche ich allen Lesern, Hunden und Hundefreunden ein schönes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2012!
Allen „Hundeexperten“ und „Hundeschlauschwätzern“, für die eine Mensch/Hundbeziehung nur aus einseitigen Grenzen setzen besteht, die mit Leinen rucken oder Stachelhalsbänder „nutzen“. Alle die, die Hunde aus vermeintlicher „gesellschaftlicher Notwendigkeit“ zu Robotern unterdrücken und zu „Sparringspartnern“ ihrer eigenen inneren Konflikte degradieren. All denen wünsche ich, dass Sie zum Fest viel warme Kleidung geschenkt bekommen. Denn im nächsten Jahr müssen Sie sich weiterhin warm anziehen. Ich habe längst noch nicht alle giftigen Wattebäusche in ihre Richtung verschossen ;-)
Allen anderen Lesern und Hundefreunden, wie schon erwähnt, eine gute Zeit. Wir lesen und hören uns 2012!

Freitag, 16. Dezember 2011

WAS ist WAS Buch über Hunde. Liebe Kinder – bitte nicht nachmachen!

Ich war schon immer ein neugieriger Mensch und sehr interessiert daran, Dinge zu hinterfragen und mir Wissen anzueignen. Darin haben mich in den 70er Jahren, als ich eine Kind war, immer die WAS ist WAS Bücher gefördert, weil Wissen dort kindgerecht und meist sachlich, fachlich korrekt weitergegeben wurde und wird. Einen Teil meiner Neugier und meines Wissensdurstes konnte ich als Kind durch die WAS ist WAS Bücher stillen. Und sicher haben die mir dort Vermittelten Dinge prägenden Character für mich gehabt – speziell als Kind saugt man Informationen doch auf wie ein Schwamm, hinterfragt diese aber auch kaum. Nun ist es lange her, dass ich mal einen Blick in ein WAS ist WAS Buch geworfen habe. Mit zunehmendem Alter ändern sich natürlich auch die Sachbücher, die man liest. Bis mich jetzt der Sohn einer Kundin auf das aktuelle (Ausgabe 2010) WAS ist WAS Buch zum Thema Hunde aufmerksam machte. Dort steht tatsächlich, dass man Welpen (!), wenn man ihnen etwas verbieten möchte, wenn man sie Maßregeln will, im Nacken packen und kräftig (!) schütteln soll. Weil das Hundemütter auch machen würden…
Nun, es gibt unter Hundeexperten eigentlichen keinen Zweifel mehr darüber, dass diese Aussage mehr als Unfug ist. Hunde, die andere im Nacken packen und kräftig schütteln, haben eine Tötungsabsicht – und nein, Hundemütter machen so etwas nicht als Maßregelung. Sie „knuffen“ mal kurz oder zeigen vielleicht mal ihre Zähne, aber ohne zuzubeißen. Mit den Zähnen im Nacken packen und kräftig schütteln machen Hundemütter nicht – zumindest nicht, wenn sie den Welpen nicht töten wollen. Das kommt in der Natur durchaus vor – Muttertiere, die kranke Welpen haben und diese „erlösen“, oder die Welpen anderer Hunde, die ggf. die Ressourcen des eigenen Nachwuchses und somit deren Leben gefährden, werden in der Natur schon einmal „beseitigt“. Wie gesagt, kräftiges Nackenschütteln hat immer eine Tötungsabsicht – keine Hundemutter setzt das ein, um ihren Welpen zu Maßregeln. Da mit dem Nackenschütteln also eine Tötungsabsicht in Verbindung steht, hat ein Welpe auch Todesangst, wenn Menschen dies bei ihm anwenden. Mit teilweise gravierenden Auswirkungen auf den jungen Hund. Späteres Problemverhalten inklusive…
Schlimm finde ich, das, wie vorher schon erwähnt, ein Kindersachbuch besonders tief wirkt und sich bei Kindern einprägt. Wenn solch ein Schwachsinn in einem Kinderbuch mit hoher Auflage steht, darf man sich nicht wundern, dass Hunden heute immer noch die abstrusesten Dinge angetan werden…
Vielleicht finden diese Zeilen  ja irgendwie den Weg zum Tessloff-Verlag. Für diesen Fall sind folgende Worte direkt an die zuständige Stelle gerichtet:
Liebes Team von WAS ist WAS, lieber Tessloff-Verlag. Ich war, wie erwähnt, als Kind und Jugendlicher ein großer Fan der WAS ist WAS Bücher und finde die Bücher immer noch gut und wichtig. Ich würde mich daher freuen, wenn Sie diesen Fauxpas, der zu Hundeleid führen kann und auch führt, irgendwie beheben könnten…
Und an alle Kinder: Bitte nie einen Hund im Nacken packen und schütteln!  

Freitag, 9. Dezember 2011

Darf mein Hund MIR Grenzen setzen?

Immer wieder hört man, dass der Mensch seinem Hund Grenzen setzen solle. Dass der Mensch die Führung im „Rudel“ übernehmen muss, der Mensch gibt Strukturen und Regeln vor. Dann wird erläutert, wie es der Mensch schafft, diese Regeln durchzusetzen, was man machen muss, damit der Hund sich an die vom Menschen aufgestellten Regeln und Strukturen hält. Hunde sollen immer „funktionieren“. Sie sollen immer ihre Aufmerksamkeit beim Hundehalter haben, jede noch so kleine Selbstständigkeit wird ihnen untersagt, keine Entscheidung bezüglich Ihres eigenen Lebens wird Ihnen überlassen. Diese Erwartung an den Hund, das Unterdrücken seiner eigenen Bedürfnisse wird dann „Beziehung“ genannt und von gesellschaftlichen Zwängen gesprochen, die den Hund zum funktionierenden Roboter verpflichten.
Doch welche Auswirkung hat die Rolle als Roboter für den Hund – das Lebewesen Hund, welches eine sehr lange Evolution hinter sich hat? Kann und darf man ein solch hochentwickeltes Lebewesen wie den Hund überhaupt zur funktionierenden Figur degradieren oder hat das nachhaltige Auswirkungen auf die Lebensqualität des Hundes? Sollten wir anfangen umzudenken, und den Hund nicht nur als „Erfüller menschlicher Bedürfnisse“ sehen? Sollten wir vielleicht einmal bedenken, welche psychischen Auswirkungen es hat, wenn ein komplexes Lebewesen nur fremdbestimmt wird und keinerlei eigenständige Entscheidungen treffen darf? Sollten wir vielleicht unserem Hund erlauben, UNS  in bestimmten Situationen Grenzen zu setzen?
Ich weiß, die letzte Frage hört sich provokant an. Ich werde mich der Frage in einem Folgeartikel dieses BLOGS ausführlich widmen. Zunächst möchte ich aber Sie als Leser bitten, Ihre Meinung zu dem Thema in der Kommentarfunktion darzustellen – aber bitte nicht anonym, wie bei allen Kommentaren. Ich denke, wer eine Meinung hat, kann auch mit einer Identität dazu stehen…
Also, meine Fragen konkret:
1.       Glauben Sie, dass Hunde ihren Menschen in gewissen Situationen Grenzen aufzeigen sollten?

2.       Glauben Sie, dass Hunde psychische Schäden erleiden, wenn sie keine eigenen Entscheidungen treffen dürfen und zu 100% fremdbestimmt sind?
Viel Spaß beim Nachdenken. Meine Meinung und meinen Artikel dazu gibt es noch vor Weihnachten.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Der will doch nur spielen...

Wenn ich eine Hitliste der unsinnigsten Sprüche rund um die Hunde aufstellen müsste, dann könnte sich dieses „Der will doch nur spielen!“ sicherlich über eine Spitzenposition freuen. Spielen, dieses ritualisierte Lebenstraining ohne ernsthafte Konsequenzen, wird ein Hund sicher nur mit einem Lebewesen, das er als ungefährlich einstuft. Läuft ein erwachsener Hund also auf einen ihm völlig unbekannten Menschen oder Artgenossen zu, dann möchte er zunächst einmal rausfinden, ob diese Ungefährlichkeit gegeben ist.  


Dem Hund sind seine eigene Familie und sein Territorium sehr wichtig, weil beides seine Existenzgrundlage bildet. Er hat daher zu den eigenen Familienmitgliedern, ob es sich dabei nun um einen Menschen, einen Hund oder selbst einen Papagei handelt, ein ganz anderes Verhältnis als zu Vertretern dieser Arten, die er nicht kennt. Deshalb kann jedes fremde Lebewesen, das sich ihm nähert, eine potentielle Bedrohung sein, weshalb für ihn geklärt werden muss, was der im Schilde führt. Wie benimmt er sich? Freundlich, feindselig, fordernd, zurückhaltend, unterwürfig oder eher dominant? Was sind seine Absichten? Entpuppt er sich als Freund oder Feind? Muss man ihn verscheuchen, weil er ein ernsthafter Konkurrent um Ressourcen im eigenen Familienrevier ist, versucht er, einen selbst zu vertreiben oder ist beides nicht der Fall? 


Dann spielt schließlich noch die Rassedispostion, das Alter und die individuellen Erfahrungen eine große Rolle. Manche Rassen sind deutlich verspielter als andere und ein junger Hund ist viel eher am Spiel interessiert als ein älterer, auch seine Annährung ist noch unbedarfter. Einige Rassen haben eine deutlich höhere Territorialaggression als andere und werden deshalb auf eigenem Grund und Boden sehr wenig ans Spielen und viel mehr an das Bewachen des Grundstücks denken. 
Die Erfahrungen früherer Begegnungen entscheiden darüber, mit welchen Gefühlen und Erwartungen der Hund in eine Begegnung hineingeht. Wurde er schon von Fremden attackiert, wird er vorsichtiger und misstrauischer sein als einer, der bisher immer nur freundliche Hunde und Menschen getroffen ist. 
Viele weitere Faktoren könnten genannt werden, die darüber entscheiden, ob ein Hund spielen will oder nicht. Ist er müde, hat er Schmerzen, wie ist seine Stimmung, ja selbst das Wetter kann eine Rolle spielen! Fragen Sie einen Rodesian Ridgeback zum Beispiel mal, wie viel Lust zum Spielen er bei strömenden Regen hat. Also, Hunde möchten nicht mit jedem fremden Individuum einfach nur spielen. Sie möchten erst einmal die jeweilige Situation beurteilen, was natürlich nicht heißen soll, dass nach erfolgter Abklärung nicht auch gespielt wird…  :-)

Weitere Sprüche und Geschichten rund um Hunde gibt es in den nachfolgenden Büchern. Auch als Weihnachtsgeschenke geeignet ;-)


Und, damit niemand auf die Idee kommt, nur meine eigenen Bücher würden gut unter den Weihnachtsbaum passen. Hier noch weitere Bücher, die ich absolut empfehlen kann:

Bellende Hunde rocken

Es ist noch nicht wirklich lange her, da konnte man mit so etwas wie der „Punkbewegung“ die Gesellschaft schockieren, Rock ’n’ Roll Musik h...