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Wenn Hundehalter doch wüssten, was ihre Hunde sagen...

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Vor einem Tierbedarfs-Supermarkt in Dortmund. Ein Ridgeback steht mit durchgedrückten Beinen, steifer, aufrecht gehaltener Rute vor einem älteren, an der Schnauze ergrauten Cairn Terrier. Der Ridgeback drückt seine Nase mit festem, fixierendem Blick vor die Nase des kleinen Terriers. Dieser möchte zur Seite weglaufen. Kann es aber nicht, weil Frauchen ihn an kurzer Leine hält. Der Ridgeback drückt also wieder seine Nase drohend und fixierend auf die Nase des Kleinen. Dieser weiß sich nicht anders zu helfen und beißt den Ridgeback in dessen Nase. Der ist erst verstört, will dann aber zurückbeißen. Zum Glück bemerkt das Frauchen aber, dass das nicht mehr ganz so harmlos würde. Sie hält ihn also zurück. Aber nur soweit, dass er nicht direkt zubeißen kann. Die Hunde stehen immer noch relativ nah voreinander, der Terrier zappelt und möchte den Rückzug antreten, der Ridgeback ist sauer und wartet auf die Gelegenheit, dem Terrier seine Meinung über den Nasenbiss eindrücklich mitzuteilen. Kle…

Nicht streicheln? Nehmt ihnen die Erlaubnis weg...

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Eben beim Gassigang erneut von einer Hundehalterin gehört, dass ihr in der Hundeschule gesagtwurde, dass sie ihren Hund nicht streicheln solle, wenn er bei der Silvesterknallerei zu ihr kommt, sich zu ihr legen, an sie drücken möchte oder auf den Schoß springen möchte. Das solle man alles nicht erlauben, den Hund bloß nicht streicheln – sondern ihn wegschicken oder aufstehen und nicht weiter beachten. Weil man durch Zuwendung die Furcht vor der Knallerei nur verstärken würde. Aussage einer professionellen, gewerblichen Hundeschule. Mit Erlaubnis der zuständigen Behörde in diesem Beruf zu arbeiten, weil die Sachkunde nachgewiesen wurde. Herrschaftszeiten nochmal! Angst und Furcht sind unangenehme Gefühle, die uns vor Schaden bewahren sollen. Die beste Möglichkeit einem Schaden zu entgehen ist die angeborene Strategie, ängstigenden oder furchteinflößenden Dingen aus dem Weg zu gehen. Geht das nicht, ist es auch möglich über beruhigende Maßnahmen angenehmere Gefühle im Körper hervorzurufen…

Der moderne Hundetrainer

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Es ist in allen Bereichen und Berufen so. Neues Wissen, gesellschaftliche und moralische Entwicklungen sowie der Stand der aktuellen Forschungen, prägen die Entwicklung. Berufe und Berufsbilder ändern sich, passen sich den oben genannten Faktoren an. Grundlagen des Hundeverhaltens und der Hundebedürfnisse So auch der Beruf des Hundetrainers. Ein moderner Hundetrainer muss sich heute in den Bereichen der Neurobiologe, der Tierpsychologie und der Verhaltensgrundlagen auskennen und wissen, wie sich ein Hund wann und warum verhält. Und vor allem muss er wissen, welche Faktoren daran beteiligt sind, dass ein Hund sich wohl fühlt. Zudem müssen ihm alle wichtigen Erkenntnisse über die artgerechten und fairen Möglichkeiten bekannt sein, wie man Hundeverhalten zu dessen eigenen Nutzen, sowie einer besseren Harmonie im Zusammenleben mit dem Menschen, beeinflussen kann. Wozu auch ein Grundwissen gehört, welchen Einfluss ggf. medizinische Ursachen auf den Hund und sein Verhalten haben. Menschen coac…

Buchbesprechung - Coaching für Hundetrainer von Alexandra Hansch

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Wir leben in einer Zeit, in der Hunde immer größere Bedeutung für Menschen erhalten. Was auch zur Folge hat, dass Hundehalter immer mehr Hilfe bei Hundetrainern suchen, um den gesellschaftlichen Ansprüchen, die an sie gestellt werden, genügen zu können. Um Hundehalter kompetent anleiten zu können, muss der Hundetrainer daher auch die Zwischenmenschliche Kommunikation verstehen und beherrschen. Wodurch der Beruf des Hundetrainers immer anspruchsvoller wird. Nicht nur das Training des Hundes muss beherrscht werden, das Coaching des Menschen wird ein immer größerer Teil des Berufsbildes eines Hundetrainers. Leider, und das muss man klar zum Ausdruck bringen, sind viele Hundetrainer in dem Bereich aber nicht genügend qualifiziert. Weshalb das Buch von Alexandra Hansch zum richtigen Zeitpunkt kommt.
In diesem Buch werden unterschiedliche Gesprächs- und Fragetechniken vorgestellt die im Hundeschulalltag relevant sind. Es werden Lehrmethoden aufgeführt, die dem Trainer helfen, Hundehalter fachl…

Die Bindung zwischen Mensch und Hund

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Das Wort Bindung kann man sicher als eines der Schlagworte im Bereich Hundeerziehung in den letzten Jahren sehen. Wie bei allen Themen rund um den Hund wird auch dieser Begriff unterschiedlich definiert und  für die jeweilige Philosophie passend interpretiert.  Vor allem die Herstellung einer Bindung zwischen Mensch und Hund wird kontrovers diskutiert. Bindung als enge soziale Beziehung Lassen Sie uns zu Beginn erst einmal versuchen, eine zumindest annähernd allgemeingültige Definition zu finden. Grundsätzlich kann man eine Bindung als enge soziale Beziehung zwischen Lebewesen sehen, die von intensiven Gefühlen geprägt ist. Das heißt, man fürchtet sich davor den Bindungspartner zu verlieren und vermeidet mit diesem ernsthafte Konflikte, weil diese in der speziellen Konstellation, dem Bindungsverhältnis, unangenehme Gefühle hervorrufen würden. Je enger die Bindung, je intensiver die Gefühle. Wenn wir heute von Bindung im Allgemeinen sprechen geht die Annahme der engen und von intensiven G…

Warum halte ich eigentlich Hunde?

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Im Moment ist jeder Gassigang mit Jitka ein Spießrutenlauf, weil sie sich in ihrer aktuellen Standhitze mit allem fortpflanzen möchte, was vier Beine hat, optisch entfernt an einen Hund erinnert und nicht schnell genug flüchten kann. Heißt also Leinenpflicht und andere Hunde im Slalom umkurven. Zudem schrecke ich nachts hoch, weil sie in der Nähe meiner Ohren meint, potentielle Väter ihrer Welpen durch lautes Heulen anlocken zu müssen. Und während wir beim Slalomgassigang sind, sehe ich ihren Partner Regaliz, wie er sich etwas anderem widmet. Er lässt sich wie in Zeitlupe fallen, rollt sich über eine Schulter ab um kurz darauf seine Streichholzbeinchen genüsslich in die Luft zu strecken und sich ausgiebig zu wälzen. Der zähflüssige Kot irgendeines Tieres verteilt sich gleichmäßig über seinen Rücken – und liefert den Gestank eines wütenden Stinktiers gleich mit. Der Weg zurück zum Auto gestaltet sich mit liebestoller Hündin und massiv stinkender Fußhupe auch nicht wirklich paradiesisch.…

Klartextquickie – Wenn der unsichere Hund Wasser auf die Schnauze bekommt…

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Ein Video auf Youtube. Ein Hund ist sichtlich unsicher. Er muss angeleint neben seiner Besitzerin sitzen. Und dann kommen Menschen von vorne, bleiben vor ihm stehen und fixieren ihn. Der Hund fühlt sich sichtlich unwohl, möchte nach hinten weg. Geht aber wegen der Leine nicht. Und Frauchen steht blöd daneben und hilft ihm nicht. Also geht er nach vorne und will die anstarrenden Menschen, die ihn seiner Meinung nach von vorne direkt bedrohen, durch bellen und Drohverhalten seinerseits vertreiben. Wie gesagt, ihm bleibt keine andere Möglichkeit. Und was passiert dann? Unter Anleitung eines Hundetrainers spritzt die Halterin dem Hund, wenn er nach vorne geht, Wasser auf die Schnauze. Der zuvor schon sichtlich unsichere Hund versteckt sich noch verunsicherter hinter Frauchen. Und der Hundetrainer faselt etwas davon, dass der Hund dadurch lernen würde, sich am Frauchen zu orientieren, Frauchen dadurch ihre „Macht“ gegenüber dem Hund demonstrieren würde etc. Verdammt nochmal. Das einzige, was…