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Der moderne Hundetrainer

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Es ist in allen Bereichen und Berufen so. Neues Wissen, gesellschaftliche und moralische Entwicklungen sowie der Stand der aktuellen Forschungen, prägen die Entwicklung. Berufe und Berufsbilder ändern sich, passen sich den oben genannten Faktoren an. Grundlagen des Hundeverhaltens und der Hundebedürfnisse So auch der Beruf des Hundetrainers. Ein moderner Hundetrainer muss sich heute in den Bereichen der Neurobiologe, der Tierpsychologie und der Verhaltensgrundlagen auskennen und wissen, wie sich ein Hund wann und warum verhält. Und vor allem muss er wissen, welche Faktoren daran beteiligt sind, dass ein Hund sich wohl fühlt. Zudem müssen ihm alle wichtigen Erkenntnisse über die artgerechten und fairen Möglichkeiten bekannt sein, wie man Hundeverhalten zu dessen eigenen Nutzen, sowie einer besseren Harmonie im Zusammenleben mit dem Menschen, beeinflussen kann. Wozu auch ein Grundwissen gehört, welchen Einfluss ggf. medizinische Ursachen auf den Hund und sein Verhalten haben. Menschen coac…

Buchbesprechung - Coaching für Hundetrainer von Alexandra Hansch

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Wir leben in einer Zeit, in der Hunde immer größere Bedeutung für Menschen erhalten. Was auch zur Folge hat, dass Hundehalter immer mehr Hilfe bei Hundetrainern suchen, um den gesellschaftlichen Ansprüchen, die an sie gestellt werden, genügen zu können. Um Hundehalter kompetent anleiten zu können, muss der Hundetrainer daher auch die Zwischenmenschliche Kommunikation verstehen und beherrschen. Wodurch der Beruf des Hundetrainers immer anspruchsvoller wird. Nicht nur das Training des Hundes muss beherrscht werden, das Coaching des Menschen wird ein immer größerer Teil des Berufsbildes eines Hundetrainers. Leider, und das muss man klar zum Ausdruck bringen, sind viele Hundetrainer in dem Bereich aber nicht genügend qualifiziert. Weshalb das Buch von Alexandra Hansch zum richtigen Zeitpunkt kommt.
In diesem Buch werden unterschiedliche Gesprächs- und Fragetechniken vorgestellt die im Hundeschulalltag relevant sind. Es werden Lehrmethoden aufgeführt, die dem Trainer helfen, Hundehalter fachl…

Die Bindung zwischen Mensch und Hund

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Das Wort Bindung kann man sicher als eines der Schlagworte im Bereich Hundeerziehung in den letzten Jahren sehen. Wie bei allen Themen rund um den Hund wird auch dieser Begriff unterschiedlich definiert und  für die jeweilige Philosophie passend interpretiert.  Vor allem die Herstellung einer Bindung zwischen Mensch und Hund wird kontrovers diskutiert. Bindung als enge soziale Beziehung Lassen Sie uns zu Beginn erst einmal versuchen, eine zumindest annähernd allgemeingültige Definition zu finden. Grundsätzlich kann man eine Bindung als enge soziale Beziehung zwischen Lebewesen sehen, die von intensiven Gefühlen geprägt ist. Das heißt, man fürchtet sich davor den Bindungspartner zu verlieren und vermeidet mit diesem ernsthafte Konflikte, weil diese in der speziellen Konstellation, dem Bindungsverhältnis, unangenehme Gefühle hervorrufen würden. Je enger die Bindung, je intensiver die Gefühle. Wenn wir heute von Bindung im Allgemeinen sprechen geht die Annahme der engen und von intensiven G…

Warum halte ich eigentlich Hunde?

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Im Moment ist jeder Gassigang mit Jitka ein Spießrutenlauf, weil sie sich in ihrer aktuellen Standhitze mit allem fortpflanzen möchte, was vier Beine hat, optisch entfernt an einen Hund erinnert und nicht schnell genug flüchten kann. Heißt also Leinenpflicht und andere Hunde im Slalom umkurven. Zudem schrecke ich nachts hoch, weil sie in der Nähe meiner Ohren meint, potentielle Väter ihrer Welpen durch lautes Heulen anlocken zu müssen. Und während wir beim Slalomgassigang sind, sehe ich ihren Partner Regaliz, wie er sich etwas anderem widmet. Er lässt sich wie in Zeitlupe fallen, rollt sich über eine Schulter ab um kurz darauf seine Streichholzbeinchen genüsslich in die Luft zu strecken und sich ausgiebig zu wälzen. Der zähflüssige Kot irgendeines Tieres verteilt sich gleichmäßig über seinen Rücken – und liefert den Gestank eines wütenden Stinktiers gleich mit. Der Weg zurück zum Auto gestaltet sich mit liebestoller Hündin und massiv stinkender Fußhupe auch nicht wirklich paradiesisch.…

Klartextquickie – Wenn der unsichere Hund Wasser auf die Schnauze bekommt…

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Ein Video auf Youtube. Ein Hund ist sichtlich unsicher. Er muss angeleint neben seiner Besitzerin sitzen. Und dann kommen Menschen von vorne, bleiben vor ihm stehen und fixieren ihn. Der Hund fühlt sich sichtlich unwohl, möchte nach hinten weg. Geht aber wegen der Leine nicht. Und Frauchen steht blöd daneben und hilft ihm nicht. Also geht er nach vorne und will die anstarrenden Menschen, die ihn seiner Meinung nach von vorne direkt bedrohen, durch bellen und Drohverhalten seinerseits vertreiben. Wie gesagt, ihm bleibt keine andere Möglichkeit. Und was passiert dann? Unter Anleitung eines Hundetrainers spritzt die Halterin dem Hund, wenn er nach vorne geht, Wasser auf die Schnauze. Der zuvor schon sichtlich unsichere Hund versteckt sich noch verunsicherter hinter Frauchen. Und der Hundetrainer faselt etwas davon, dass der Hund dadurch lernen würde, sich am Frauchen zu orientieren, Frauchen dadurch ihre „Macht“ gegenüber dem Hund demonstrieren würde etc. Verdammt nochmal. Das einzige, was…

Klartextquickie - Er freut sich nicht. Er fürchtet sich…

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Nein, wenn ein Hund mal eine „richtige Ansage“ bekommen hat, freut er sich nicht, den Ansager zu sehen. Viele denken, dass ein Hund auf solche „Ansagertypen“ bei Begrüßungssituationen scheinbar freudig zuläuft. Dass der Hund solche Typen als „Chef“ oder „Rudelführer“ akzeptiert und sich freut, weil er sich dort sicher fühlt. Das ist natürlich vollkommener Unsinn. Wenn der Hund sich jemandem, der ihm mal eine robuste, unfreundliche Ansage gemacht hat, in gebückter und aufgeregter Haltung und oft schwanzwedelnd nähert, hat das nichts mit Freude zu tun. Der Hund fürchtet sich vielmehr vor diesem vermeintlichen Hundeversteher. Und versucht ihn mit seiner Körpersprache zu überzeugen, dass er alles macht, was der Ansager von ihm möchte. Aus Furcht vor der nächsten Ansage…

Zerlegt jeder nordische Hund die Wohnung, wenn er unterbeschäftigt ist?

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Ich weiß nicht wie oft ich gehört habe, dass die jeweiligen Samojeden die ich hatte, doch unheimlich viel Auslauf benötigen würden. Weil solche „Arbeitshunde“ bei zu wenig Beschäftigung unausgeglichen wären und die Wohnung zerlegen würden etc. Klar, wie jeder Hund hat auch ein Samojede ein Bewegungsbedürfnis und auch ein Bedürfnis nach Beschäftigung für das Gehirn. Bedürfnisse, für deren Befriedigung der Mensch zu sorgen hat. Das heißt aber nicht, dass ein Samojede stundenlang durch die Gegend rennen muss um ausgeglichen zu sein.Die kräftigen, robusten Hunde können so etwas zwar körperlich wenn sie gesund sind – müssen es aber nicht. Man sollte den Hund individuell so beschäftigen, wie es dem jeweiligen Hund guttut. Und ihn nicht durch die Gegend scheuchen, weil es einem so vorgepredigt wird… Alle meine Samojeden waren unterschiedlich im Temperament und ich musste sie alle individuell betrachten und behandeln. Natürlich ähnelten sie sich rassetypisch auch in einigen Eigenschaften. Selbs…