Freitag, 20. Januar 2012

Welpenverkauf in einer Zoohandlung. Gemeinsam dagegen…

Menschen, die professionell mit Hunden arbeiten, haben oft unterschiedliche Meinungen. Sich gegenseitig zu kritisieren ist an der Tagesordnung und gehört innerhalb der „Hundeszene“ fast schon zum guten Ton. Unterschiedliche Meinungen zu haben gehört zur menschlichen Gesellschaft und ist letztlich beim konstruktiven Austausch förderlich. Solange Meinungsverschiedenheiten und Kritiken den Rahmen der Sachlichkeit und des gegenseitigen Respekts nicht verlassen. Es gibt aber leider immer Sachverhalte, bei denen es schwer fällt, die Sachlichkeit zu wahren. Da ist es dann an der Zeit, dass diejenigen, die vielleicht in einigen Sachfragen unterschiedlicher Meinung sind, aber in grundsätzlichen Fragen einig sind, an einem Strang ziehen. So möchte ich hier einen Link einfügen, der das Interview eines Kollegen zum Verkauf von Welpen beinhaltet. Wenn ich, wie gesagt, auch nicht immer einer Meinung mit dem Kollegen bin – an dieser Stelle, in dieser grundsätzlichen Frage unterstütze ich seine Worte vorbehaltlos. Und möchte mit diesem Artikel auf das Interview hinweisen, damit es viele Leser findet.
Inhaltlich kann ich dem Interview also absolut zustimmen. Die wichtigsten Punkte sind angesprochen und sollten dazu beitragen, dass Menschen davon abgehalten werden, einen Welpen in einer Zoohandlung zu erwerben.
Eine Kleinigkeit möchte ich allerdings noch anmerken: Ich bin der absoluten Überzeugung, dass auch Wellensittiche, Hamster oder Kaninchen in einer Zoohandlung nicht im Ansatz „glücklich“ sind oder sich auch nur einigermaßen "wohl fühlen". Nach meiner Meinung gehört kein empfindungsfähiges Lebewesen in die „Verkaufsauslage“ eines Supermarktes – und wenn die medizinische Versorgung noch so gut ist.
Abschließend noch ein Wort im Klartext: Die vom Kollegen im Interview angesprochenen Folgen für Mensch und Hund kann man letztlich nur verhindern, indem an solchen Orten keine Welpen gekauft werden. Jeder, der dort ein Tier kauft, unterstützt Tierleid…

Kommentare:

  1. Danke Thomas, insbesondere auch für den vorletzten Absatz, denn KEIN lebendes Tier gehört als Showobjekt und Mitnahmeware in den Zoohandel, nicht neben die Stapel von meistens nicht tier- bzw. artgerechten Käfigen und buntem Plastikzubehör zum Schnäppchenpreis. Weder der Kanarienvogel noch der Wellensittich noch Hund, Katze, Maus, Kaninchen (vor allem vor Ostern...) noch exotische Tiere. Sie alle sind fühlende und großteils sogar sehr soziale Lebewesen, die im Familienverbund leben sollten - aber die meisten stammen aus Massenvermehrungen und von Großhändlern, wo sie in gewinnorientiert und nicht artgerechter Weise "produziert" werden. Wer wirklich und durchdacht ein Tier haben möchte, um es seiner Art entsprechend zu pflegen, der findet verantwortungsvolle Hobby-Züchter oder Tierschutzorganisationen, die Käfig, Futter und Zubehör nicht nach den bestmöglichen Gewinnspannen im Handel, sondern nach ihrem Wert für die möglichst optimale Haltung der Tiere empfehlen.
    Grüße, Marita

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  2. Das Problem ist:
    Der Mensch glaubt manchmal, er sei zum Besitzer, zum Herrscher erhoben worden.
    Das ist ein Irrtum.
    Er ist nur ein Teil des Ganzen.
    Seine Aufgabe ist die eines Hüters, eines Verwalters, nicht die des Ausbeuters.
    Der Mensch hat Verantwortung, nicht Macht.

    Aber irgendwie vergisst der Mensch das ganz gerne. Ich sage immer: "Geld (die Gier danach) verdirbt nicht den Charakter, sondern bringt den wahren Charakter zum vorschein"!

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  3. Lieber Thomas, vielen Dank für diesen Artikel. Deine Worte sprechen mir aus der Seele. Meiner Erfahrung nach haben viele Tiere die aus Zoohandlungen stammen starke Verhaltensstörungen, insbesondere Kleintiere die wie auf dem Präsentierteller, oft ohne Versteckmöglichkeit, den ganzen Tag den gaffenden Blicken von Menschen ausgesetzt sind. Leider hat das Personal in den Zoohandlungen meisten auch nicht das Know-How wie man mit den Tieren umgeht. Hierzu ein Beispiel: Als Teenager habe ich mal eine Ratte aus einer Zoohandlung geholt um sie in meine Rattengruppe zu integrieren. Die Verkäuferin zog die Ratte an der Schwanzspitze aus dem Käfig um sie "einzupacken". Als ich sie versuchte darauf aufmersam zu machen, daß dies der Ratte Schmerzen bereitet, war die Reaktion der Verkäuferin nur "so fäßt man Ratten an, das ist normal".
    Das Ergebnis war das ich die Ratte 6 Monate lang nur mit dicken Skihandschuhen anfassen konnte, weil sie aus Panik alles und jeden wegbiß. Nach einem halben Jahr hatte sie endlich so viel Vertrauen gefaßt das es ohne Handschuhe ging.

    Heute arbeite ich als Tierheilpraktikerin und versuche meine Kunden für solche Mißstände zu sensibilisieren und über artgerechte Haltung von Haustieren aufzuklären.

    Dein Blog ist wirklich toll Thomas. Man merkt das es Dir wirklich um die Tiere geht und Du mit dem Herzen und nicht nur mit dem Geldbeutel dabei bist. Bitte mach weiter so :-) Liebe Grüße, Julia

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