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Dein Hund macht keine Probleme. Er löst welche

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  Problemverhalten oder Überlebensstrategie? Fast jedes Verhalten ergibt Sinn – wenn wir verstehen, wovor sich der Hund schützen will. Kaum ein Begriff prägt unseren Blick auf Hunde so sehr wie das Wort  Problemverhalten . Knurrt ein Hund Besucher an, bellt er andere Hunde an oder verweigert plötzlich den gewohnten Spaziergang, scheint die Ursache schnell gefunden: Der Hund macht Probleme. Entsprechend richtet sich der Blick fast automatisch auf die Frage, wie dieses Verhalten möglichst schnell verändert werden kann. Vielleicht beginnt die eigentliche Lösung jedoch an einer anderen Stelle. Nicht bei der Frage, wie ein Verhalten verschwindet, sondern warum es überhaupt entstanden ist. Verhalten entsteht nicht zufällig. Es ist die Antwort eines Organismus auf seine Umwelt. Diese Erkenntnis gehört zu den Grundannahmen der modernen Verhaltensbiologie. Jedes Verhalten kostet Energie und erfüllt deshalb in der Regel eine Funktion. Es hilft einem Lebewesen, Sicherheit herzustellen, B...

Körpersprache ist kein Wörterbuch

Körpersprache ist kein Wörterbuch Warum vereinfachte Social-Media-Analysen von Hunden in die Irre führen – und gefährlich werden können Wer heute durch soziale Medien scrollt, stößt unweigerlich auf kurze Videos von Hunden, versehen mit scheinbar eindeutigen Deutungen: Die hochgetragene Rute wird zur „Dominanz“, das Lecken der Lefzen zur „Freundlichkeit“, ein Gähnen zur „Entspannung“. Die Botschaft ist immer dieselbe: Hundekommunikation sei einfach. Man müsse nur die richtigen Zeichen kennen, dann lasse sich jeder Hund zuverlässig lesen. Diese Vorstellung ist verführerisch. Sie gibt Sicherheit, reduziert Komplexität und passt perfekt in das Format von fünfzehn Sekunden Aufmerksamkeit. Fachlich jedoch ist sie kaum haltbar. Denn Körpersprache funktioniert nicht wie ein Wörterbuch. Sie besteht nicht aus einzelnen Vokabeln mit fester Bedeutung, sondern aus Bewegungsmustern, Spannungszuständen, Übergängen und Beziehungen. Ein Hund „spricht“ nicht in isolierten Zeichen, sondern in ganzen Sät...

Wenn Berichterstattung Hunde gefährlich macht

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Warum gut gemeinte Schlagzeilen reale Schäden verursachen Es gibt in der deutschen Medienlandschaft ein vertrautes Muster. Nach einem schweren Beißvorfall erscheinen Artikel, die sich in Tonfall und Aufbau erstaunlich ähneln. Sie beginnen mit dem Ereignis, nennen Ort und beteiligte Personen, heben häufig früh die Rasse des Hundes hervor und enden mit der Versicherung, dass das Geschehen nicht vorhersehbar gewesen sei. Zwischen diesen Zeilen entsteht ein Bild, das beruhigen soll – und gleichzeitig verunsichert. Ein Wort taucht dabei immer wieder auf: plötzlich. Der Hund sei plötzlich aggressiv geworden. Plötzlich habe er zugeschnappt. Plötzlich habe sich sein Verhalten verändert. Diese Formulierungen finden sich regelmäßig in Berichten bei t-online , in Regionalzeitungen und auch in Artikeln großer Leitmedien wie Der Spiegel . Sie klingen harmlos, sind aber inhaltlich folgenreich. Denn sie verschleiern, was aus verhaltensbiologischer Sicht nahezu immer zutrifft: Aggression ist kei...