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Die Strafe, die zum Leben gehört

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Seit längerer Zeit trage ich mich mit dem Gedanken, etwas über Lerntheorien zu veröffentlichen, weil nach meiner Erfahrung darüber nicht immer aktuelle Ansichten verbreitet werden. Oder teilweise Interpretationen kursieren, die Philosophien rechtfertigen sollen. Darum mal ein Versuch, die Lerntheorien und den Begriff Strafe sachlich näher zu erläutern. Der Text ist etwas lang geworden, was aber aufgrund des Themas nicht anders geht, obwohl ich schon versucht habe, ihn kurz und verständlich zu halten. Und auch wenn er zu Beginn vielleicht etwas verwirrend sein mag, würde ich mich freuen, wenn er komplett gelesen wird, weil er nur so ein rundes Bild ergeben kann. Die Lerntheorien Mit der Erklärung von Lernprozessen im Allgemeinen beschäftigen sich drei wichtige Lerntheorien: Der Behaviorismus (Lernen durch Verstärkung), der Kognitivismus (Lernen durch Einsicht und Erkenntnis) sowie der Konstruktivismus (Lernen durch persönliches Erfahren, Erleben und Interpretieren). Die Theorien...

Klartextquickie – Warum das Jagdverhalten kein Trieb ist

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Mit der Bezeichnung Triebe ist das so eine Sache. Eigentlich spricht man heute eher von Motivationen. Auch von Motivationen, die von innen kommen und einen gewissen Drang auslösen, etwas zu tun. Also durchaus von inneren Antrieben. Da ist zum Beispiel im Kindesalter das Spielverhalten. Man hat einen inneren Drang zu spielen. Damit Körper, Geist und Fähigkeiten trainiert werden. Dieser Drang lässt aber nach, je älter man wird - um mit den Kräften zu haushalten. Der Drang zu spielen kommt von innen und wenn man diesen inneren Antrieb als Trieb bezeichnet, ist das sicher kein Weltuntergang. Jagdtrieb oder Schutztrieb gibt es aber nicht. Jagdverhalten wird nicht von innen ausgelöst. Ein Beutegreifer zeigt es nur nach einem äußeren Reiz. Das Suchen und Aufspüren von Nahrung kommt allerdings wieder von innen (Hunger). Das nennt man aber nicht Jagdverhalten, sondern die erste und zweite Phase des „Appetenzverhaltens“, welches in diesem Fall die Nahrungssuche und das Erkennen von Nah...

Klartextquickie – Hunde bitte niemals auf den Boden drücken

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Hunde haben in Situationen, die sie als bedrohlich oder unangenehm empfinden, verschiedene Strategien, damit fertig zu werden. Eine wichtige Strategie ist, der Situation zu entfliehen. Das ist aber nicht immer möglich, weil viele Hundehalter oft nicht mal bemerken, welche Situationen Hunde als unangenehm oder gar bedrohlich empfinden. Und die Hunde an der Leine in die Situation hineinmanövrieren. Wird der Hund dann mangels Fluchtmöglichkeit an der Leine aggressiv um die vermeintliche Bedrohung abzuwehren, der er nicht aus dem Weg gehen kann, wird das von den Hundehaltern vielfach falsch gedeutet. Als Dominanz, Ungehorsam oder ähnliches betitelt. Die Ignoranz, Fehlinterpretation von Hundeverhalten und vor allem auch die Fehlinformationen durch „Hundeexperten“ führen häufig zu Problemen im Verständnis zwischen Menschen und Hunden. Auf den Boden drücken? Zurück zu der Strategie der Hunde, bedrohlichen Situationen aus dem Weg zu gehen. Wenn man in einer Situation, wie zuvor beschrieb...

Klartextquickie - Der Hund muss wissen, was er nicht darf. Und was darf er?

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Viele Menschen haben den Anspruch an den Hund, dass er machen muss machen was der Mensch von ihm verlangt. Macht er nicht, was von ihm verlangt wird, muss er mit einer unangenehmen Konsequenz rechnen. Setzt er sich nicht auf „Befehl“, wird er angebrüllt, in die Seite gezwickt, er bekommt einen Klaps oder wird angezischt. Unangenehme Konsequenz, wenn er etwas in Menschenaugen falsch macht. Realität. Immer noch. Was soll er machen? Wie wäre es, wenn man dem Hund erst einmalmal mittteilt, was er machen soll, anstatt ihn dafür zu strafen, wenn er etwas falsch oder nicht macht. Irgendwie unfair und paradox und fast schon pervers. Ein Lebewesen etwas falsch machen lassen, es dann strafen und wollen, dass es danach etwas anderes macht. Das ist so, als ob man einen Schüler die Matheaufgabe falsch machen lässt, ihm dann auf die Finger haut und ihm nachher sagt, wie es richtig sein sollte.  (c) fotolia - freehandz Was will der Mensch? Fairness? Also, es ist weitaus fairer und...

Klartextquickie - Spielverhalten zeigen heißt nicht immer spielen wollen

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Hunde wollen nicht immer mit anderen Hunden spielen. Auch wenn Hunde bei Begegnungen Spielverhalten zeigen, muss dies nicht zwangläufig Freude und Spielbereitschaft ausdrücken. Spielverhalten wird von Hunden auch gezeigt, wenn sie unsicher sind und einem fremden Gegenüber ihre Friedlichkeit mitteilen möchten. Sie möchten in erster Linie einen Konflikt vermeiden. Situativ gesehen – das heißt nicht, dass es nicht auch ernsthafte Spielaufforderungen gibt – vor allem bei befreundeten und bekannten Hunden. (c) fotolia - Mark Stay Aber auf keinen Fall sollte man Spielverhalten immer als „der will doch nur spielen“ deuten. Es kann eine Übersprungshandlung sein, ein Zeichen von Unsicherheit und/oder der Konfliktvermeidung. Man muss immer den Kontext betrachten und die Hunde situativ und individuell einschätzen.

Klartextquickie - Uriniert uns ein Hund aus Protest vor die Füße?

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(c) fotolia - Roman Dekan Nein, ein Hund pinkelt uns nicht aus Protest vor die Füße. Wenn Hunde in Aufregung geraten, ist in solchen Situationen hormonell auch die Steuerung des Wasserhaushaltes und der Blase beteiligt. Das klassische „aus Angst in die Hose machen“ beruht auf dem Prinzip. Den Hund dafür zu „maßregeln“, wenn er uns vor Aufregung vor die Füße pinkelt, ist also kontraproduktiv und in hohem Maße ungerecht. Man sollte eher die Gründe für die Aufregung, für die Ängste ins Visier nehmen und sie so gut es geht abstellen. Oder gesundheitliche Gründe prüfen. Einen Hund allerdings für ein Malheur zu strafen, welches durch unangenehme Gefühle begründet wurde bringt nicht nur nichts. Es bedeutet für den Hund noch mehr unangenehme Gefühle und noch mehr Stress. Zusätzlich veranlasst es den Hund auch dazu, das Vertrauen in seinen Menschen zu verlieren…

Klartextquickie - Wenn der Hund nicht sitzen will

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Nein, wenn ein Hund sich auf einem Weihnachtsmarkt nicht auf Kommando hinsetzt, sondern immer wieder aufsteht und sich bewegen möchte, stellt er nicht die „Rangordnung“ infrage. Viel wahrscheinlicher ist es, dass er vom Stress des Marktes den innerlichen Drang hat, durch Bewegung den Stress abzubauen. Das ist sitzend nicht möglich. Man unterdrückt dadurch die Lösungsstrategie des Hundekörpers, die Stressbelastung zu bewältigen. Vielleicht möchte der Hund aber auch nicht mit seinem Hintern auf dem nassen und kalten Boden sitzen. Vielleicht plagt ihn aber auch irgendein Schmerz, der ihn am Sitzen hindert. Es gibt viele, individuelle Gründe, warum ein Hund sich nicht setzt, wenn das „Kommando“ ertönt. Der blödsinnigste, angenommene Grund ist aber der, dass der Hund so etwas wie eine Rudelführung übernehmen will… (c) fotolia - Igor Zakowski