Donnerstag, 8. Dezember 2011

Der will doch nur spielen...

Wenn ich eine Hitliste der unsinnigsten Sprüche rund um die Hunde aufstellen müsste, dann könnte sich dieses „Der will doch nur spielen!“ sicherlich über eine Spitzenposition freuen. Spielen, dieses ritualisierte Lebenstraining ohne ernsthafte Konsequenzen, wird ein Hund sicher nur mit einem Lebewesen, das er als ungefährlich einstuft. Läuft ein erwachsener Hund also auf einen ihm völlig unbekannten Menschen oder Artgenossen zu, dann möchte er zunächst einmal rausfinden, ob diese Ungefährlichkeit gegeben ist.  


Dem Hund sind seine eigene Familie und sein Territorium sehr wichtig, weil beides seine Existenzgrundlage bildet. Er hat daher zu den eigenen Familienmitgliedern, ob es sich dabei nun um einen Menschen, einen Hund oder selbst einen Papagei handelt, ein ganz anderes Verhältnis als zu Vertretern dieser Arten, die er nicht kennt. Deshalb kann jedes fremde Lebewesen, das sich ihm nähert, eine potentielle Bedrohung sein, weshalb für ihn geklärt werden muss, was der im Schilde führt. Wie benimmt er sich? Freundlich, feindselig, fordernd, zurückhaltend, unterwürfig oder eher dominant? Was sind seine Absichten? Entpuppt er sich als Freund oder Feind? Muss man ihn verscheuchen, weil er ein ernsthafter Konkurrent um Ressourcen im eigenen Familienrevier ist, versucht er, einen selbst zu vertreiben oder ist beides nicht der Fall? 


Dann spielt schließlich noch die Rassedispostion, das Alter und die individuellen Erfahrungen eine große Rolle. Manche Rassen sind deutlich verspielter als andere und ein junger Hund ist viel eher am Spiel interessiert als ein älterer, auch seine Annährung ist noch unbedarfter. Einige Rassen haben eine deutlich höhere Territorialaggression als andere und werden deshalb auf eigenem Grund und Boden sehr wenig ans Spielen und viel mehr an das Bewachen des Grundstücks denken. 
Die Erfahrungen früherer Begegnungen entscheiden darüber, mit welchen Gefühlen und Erwartungen der Hund in eine Begegnung hineingeht. Wurde er schon von Fremden attackiert, wird er vorsichtiger und misstrauischer sein als einer, der bisher immer nur freundliche Hunde und Menschen getroffen ist. 
Viele weitere Faktoren könnten genannt werden, die darüber entscheiden, ob ein Hund spielen will oder nicht. Ist er müde, hat er Schmerzen, wie ist seine Stimmung, ja selbst das Wetter kann eine Rolle spielen! Fragen Sie einen Rodesian Ridgeback zum Beispiel mal, wie viel Lust zum Spielen er bei strömenden Regen hat. Also, Hunde möchten nicht mit jedem fremden Individuum einfach nur spielen. Sie möchten erst einmal die jeweilige Situation beurteilen, was natürlich nicht heißen soll, dass nach erfolgter Abklärung nicht auch gespielt wird…  :-)

Weitere Sprüche und Geschichten rund um Hunde gibt es in den nachfolgenden Büchern. Auch als Weihnachtsgeschenke geeignet ;-)


Und, damit niemand auf die Idee kommt, nur meine eigenen Bücher würden gut unter den Weihnachtsbaum passen. Hier noch weitere Bücher, die ich absolut empfehlen kann:

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