Donnerstag, 20. November 2014

Wahrheit, Wissenschaft und Rudelführer

Je mehr Wahrheiten und Informationen man heute durch das Internet zu diversen Sachverhalten präsentiert bekommt, ja mehr fällt mir etwas auf. Mir fällt die Tatsache auf, dass sehr schnell von Wahrheiten gesprochen wird, von absoluten Wahrheiten – speziell im Hundebereich…
Forscher formulieren schwammig
Im Gegenteil zu absoluten Wahrheiten nutzen Wissenschaftler und Forscher meist folgende Formulierungen:
„Wir gehen davon aus“; „der Sachverhalt ist mit Daten unterfüttert“; „wir nähern uns an“; „die Forschungen deuten darauf hin, dass…“; „die Ergebnisse lassen den Schluss zu“; „die Theorie/These ist plausibel“, usw.
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Gern wird diskutiert, Fakten werden ausgetauscht, hinterfragt und oft wechselt die Wissenschaft die Theorien und ist auch bereit, Irrtümer einzugestehen. Ich zitiere da gern einen TV-Astrophysiker, der einmal äußerte, dass sich die Wissenschaft im Prinzip von einem Irrtum zum nächsten hangelt.
Wissenschaft bringt Wissen
Was natürlich nicht heißt, dass Wissenschaft kein Wissen bringt – ganz im Gegenteil sogar. Wer mich kennt weiß, dass ich im Grunde recht nüchtern analysiere und empirische Daten, statistische Erhebungen und aktuelle Erkenntnisse als Grundlage von Urteilsbildungen ansehe. Allerdings nähert sich Wissenschaft meist nur an. Wir sind heute näher dran, einige Sachverhalte zu verstehen, als vor 100 Jahren – mal ganz unabhängig von der Hundewelt. Aber die Wahrheiten, die zu 100% stimmen, sind in allen Bereichen wohl eher die Seltenheit – obwohl es natürlich auch Fakten gibt. Aber gerade in der Verhaltensbiologie ist Wissen meist nur „annähernd“ vorhanden. Deshalb flüchten sich Wissenschaftler gern in die oben genannten Floskeln. „Wir gehen davon aus…“
Bedingungslos Glaubende
Ganz anders diejenigen, die wissenschaftliche Veröffentlichungen lesen, diese für ihre Philosophie zurechtinterpretieren und dann als einzige Wahrheit verkaufen. Oder Gurus, die nicht mal wissenschaftliche Veröffentlichungen als Philosophiegrundlage nehmen, sondern gern auch selbst „erdachte“ Wahrheiten benennen. Und diese verbreiten, indem sie ein Rudel von Jüngern anführen, die ihnen bedingungslos glauben – oder den „Rudelführer“ als Werbeträger vorschieben.
Plausible Theorien, suspekte Wahrheiten
Ich lese gern wissenschaftliche Veröffentlichungen, unterhalte mich auch immer gern mit Wissenschaftlern, die mir erklären, dass sie sich gerade einem Wissensfortschritt annähern. Und dass sie aufgrund von plausiblen Theorien von etwas ausgehen…
Suspekt sind mir allerdings Leute aller Bereiche, die Wahrheiten gepachtet haben. Man kann nämlich davon ausgehen, dass gepachtete Wahrheiten ihr Geld nicht wert sind…

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