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Der konditionierte Entspannungshund

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Kürzlich stand ich in einem nicht enden wollenden Stau. Auf einer Strecke, die ich unter normalen Umständen in maximal 1,5 Stunden bewältige, brauchte ich an diesem Tag über 3 Stunden. Besonders ärgerlich war es, dass ich auf dem Weg zum Flughafen war. Die Zeit wurde mehr als eng, meine Nervosität stieg, ich war überflutet von Stresshormonen, die meinen Körper in Alarmbereitschaft versetzen. Das ist im Prinzip der gleiche Zustand wie bei einem Kampf oder einer Flucht – man ist gereizt, schlechte Gefühle beherrschen einen. In der Situation habe ich dann an meine Hunde gedacht, habe Bilder von ihnen im Archiv meines Gehirns gesucht. Und was passierte? Ich wurde spürbar ruhiger, meine Aufregung und meine schlechten Gefühl senkten sich auf ein wesentlich niedrigeres Maß. Blödsinn? Was für ein Blödsinn, wird sich vermutlich jetzt mancher denken. Aber das ist eigentlich nur die Anwendung natürlicher Mechanismen. Im Grunde ist das ein bewusstes Beeinflussen meines Hormonhaushalts, der mei...

„Das machen Hunde untereinander auch“ – Zeit für einen Klartext

Wenn Hundetrainer „robust“ mit Hunden umgehen, hört man immer wieder folgende Rechtfertigung: „Hunde gehen auch so miteinander um“. Ein Satz, benutzt von „Haudrauftypen“, die Hunde fast ausschließlich über unangenehme Konsequenzen konditionieren, das aber Kommunikation nennen. Menschen, die in seitenlangen Pamphleten Gewalt rechtfertigen, aber eigentlich simpelsten Radikalbehaviorismus leben und anwenden. Genau die behaupten, dass Hunde auch ständig „robust“ miteinander umgehen würden. Robust miteinander bei unnatürlichem Leben Nein, wenn wir mal das Spiel und Fortpflanzungsverhalten außen vor lassen, gehen Hunde in ihrem sozialen Verhalten nicht so miteinander um. Hunde gehen meist freundlich miteinander um, kontrollieren sich nicht ständig, reglementieren sich nicht ständig – und vor allem nicht ständig über Härte. So gehen nur Hunde miteinander um, die schlecht sozialisiert wurden, oder die so gehalten werden, dass zu viele von ihnen auf engstem Raum leben und/oder die sich...

Dem Hund das Erwachsensein vorenthalten. Ist das in Ordnung?

Ein erwachsener Mensch zeichnet sich dadurch aus, dass er selbstständige Handlungen ausführt, dass er seinen Verstand benutzt, wenn er diese Handlungen ausführt. Ein erwachsener Mensch grenzt sich von Zeit zu Zeit ab, er fördert und schließt Frieden. Er erledigt selbstständig seine Aufgaben und Pflichten und ein erwachsener Mensch übernimmt Verantwortung. Ein erwachsener Mensch ist „erwachsen“. Auf dem Weg ein erwachsener Mensch zu werden, muss der Mensch lernen, erwachsen zu sein. Dazu gehört auch, sein Leben selbstständig zu ordnen und zu strukturieren. Allerdings gehört es auch zum „Erwachsensein“, dass der Mensch lernt, sich anzupassen, Grenzen und Regeln anzuerkennen. Soweit es zu seinem Vorteil ist.   Infantile Menschen   Ein Mensch wird NICHT erwachsen, wenn er nicht die Möglichkeit hat, erwachsen zu werden – oder ihm die Möglichkeit genommen wird. Wenn man ihm nie etwas zutraut, wenn man ihm nie erlaubt selbständige Handlungen auszuführen und dabei seinen eigene...

Sanfte Hundeerziehung auf dem Vormarsch? Ein Recherchestatus…

Ob in Fachzeitschriften oder Interviews – vor einigen Monaten hörte oder las ich häufig davon, dass sich „Hundeexperten“ darüber beschwerten, dass der Trend zu einer „sanften“ Hundeerziehung der Beginn des Weltuntergangs wäre – oder zumindest der Beginn der hündischen Weltherrschaft. Nun, persönlich muss ich sagen, dass ich nichts gegen eine Weltherrschaft der Hunde hätte. Wenn ich sehe, was die Menschen überall auf diesem Planeten für unsägliche Dinge verzapfen, könnte uns eine hündische Herrschaft nur gut tun… Nicht allen Aussagen trauen Aber zurück zu den von mir subjektiv empfundenen Dauerbeschwerden, dass die Hundeerziehung verweichlichen würde. Da ich so gut wie nie einfach nur hinnehme, was mir andere zu vermitteln versuchen, und immer skeptisch bin, wollte ich diese Aussagen einmal näher untersuchen. Ob irgendetwas daran sein kann. Ich beschloss also, für mein Hundemagazin CANISUND eine Recherche durchzuführen, die sich mit Hundeschulen und „Hundeausbildern“ beschäftigt – ...

Frau schlägt Hund - und erntet keine bösen Blicke...

Für einen Kaffee zwischendurch saß ich heute bei schönen Wetter vor einem Café in Geseke. Es liegt in einem kleinen Park, durch den auch ein Bach läuft. Das Café war gut besucht, viele Menschen saßen draußen, um mich herum. Da kamen zwei Frauen mit ihren Hunden vorbei. Zwei Australien Shepherds. Die Hunde schienen den Park zu kennen und zogen stark in die Richtung des Bachlaufs, vermutlich waren sie voller Vorfreude auf das nahende Bad. Mische mich ungern ein An dieser Stelle möchte ich kurz etwas einschieben. Eigentlich mische ich mich nicht ungefragt ein, wenn ich Menschen mit ihren Hunden sehe – Schlaumeierei stößt meist auf wenig Gegenliebe und schadet Hunden häufig mehr, als sie hilft. Manchmal spreche ich Leute aber auch gezielt und sachlich an, wenn ich denke, sie gehen zu weit oder der Hund leidet ernsthaft und die Besitzer können das nicht erkennen. Hundeschlägerin Aber heute konnte ich die Sachlichkeit beim besten Willen nicht beibehalten. Eine der Frauen, die de...

Plädoyer für einen Hund ohne Lobby...

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Obwohl dies ein Blog ist, der sich in erster Linie mit Haushunden beschäftigt, erlauben Sie mir, hier einmal einen bei uns heimischen Wildhund zu erwähnen, der gnadenlos verfolgt und getötet wird. Erlauben Sie mir ein Plädoyer für ein Lebewesen, welches kaum jemand kennt – welches aber in Deutschland leider viel Leid erfährt: Der Marderhund. Der Marderhund ist eine kleine Wildhundeart, die ursprünglich in Ostasien beheimatet ist. In den 1920er Jahren wurde er wegen seines Pelzes westlich des Ural ausgesetzt. Von dort breitete sich der kleine Hund rasch nach Westen aus, so dass 1962 das erste Exemplar in Deutschland (Dresden) nachgewiesen wurde. Heimliches Tier Der Marderhund ist ein sehr heimliches Tier, welches für seine Aktivitäten die Nacht bevorzugt und deshalb kaum gesichtet wird. Selbst Jäger bekommen ihn selten zu Gesicht. Und wenn, erschießen sie ihn direkt... (c) Fotolia - Antje Lindert-Rottke Warum tun sie das und ist es überhaupt nötig? Nun, zunächst zählt d...

Grenzen, Grenzen, Grenzen

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Wenn man sich mit Hundehaltung und Hundeerziehung beschäftigt, hört man immer wieder folgende Schlagworte: „Hunde brauchen grenzen“. Fast inflationär werden diese Worte eingesetzt. Mir stellt sich dabei immer eine Frage: Welche Grenzen meint man eigentlich damit? Welche Grenzen möchte der Hund eigentlich überschreiten? Was sind Grenzen überhaupt? Die Schlagworte sind schnell ausgesprochen, doch bei näherer Betrachtung werden einige Fragen aufgeworfen. Wenn ich irgendwo die Frage danach stelle, welche Grenzen ein Hund denn eigentlich überschreiten möchte, fallen die Antworten darauf meist recht sparsam aus. Viele, die den Hund als grenzüberschreitendes Raubtier sehen, kennen die angepriesenen Grenzen nicht einmal. Nun gut, aber was sind denn nun diese Grenzen, die ein Hund angeblich überschreiten möchte? Und wenn er sie überschreitet, wird er dann grundsätzlich zum gefährlichen, aggressiven Monster, wie es viele Hundeexperten immer noch behaupten? Mitnichten. Es mag vielen vielleich...